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Autobombenanschlag in Riad vereitelt: Italien fürchtet Terroranschlag mit Chemiewaffen auf U-Bahn

zuletzt aktualisiert: 26.11.2003 - 12:10

Rom (rpo). In Italien geht die Sorge vor einem neuen Terroranschlag um. Die Behörden fürchten nach Presseberichten einen Anschlag mit chemischen oder biologischen Waffen auf die U-Bahn in Rom oder Mailand.

Es gebe konkrete Hinweise der Geheimdienste, berichteten italienische Zeitungen am Mittwoch. Zunächst hätten die Behörden geplant, die U-Bahn zu schließen.

Stattdessen hätten sie sich entschlossen, die Sicherheitsmaßnahmen in den Untergrundbahnen zu verstärken, hieß es weiter. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA habe es keine derart scharfen Kontrollen in Italien gegeben. Erst vor zwei Wochen waren 19 Italiener bei einem Sprengstoffanschlag im Irak getötet worden.

Wie die Zeitungen weiter berichten, warnen die Geheimdienste auch vor einem Attentat auf den Vatikan. Ein weiteres Ziel islamischer Terroristen seien die vielen christlichen Kunstwerke in Italien. Nach Meldungen des Fernsehens fürchten die Behörden, dass Terroristen auch gemeinsam mit Flüchtlingen und illegalen Einwanderern aus Afrika und Asien unentdeckt ins Land kommen.

Polizei vereitelt Autobomben-Anschlag in Riad

Ein am Dienstag von saudiarabischen Sicherheitskräften nach eigenen Angaben in letzter Minute verhinderter Autobomben-Anschlag hätte unterdessen nach Einschätzung der Polizei eine komplette Wohnsiedlung in der Hauptstadt Riad zerstören können. Die Menge des Sprengstoffs, den die Sicherheitskräfte nach Angaben der Zeitung "Okaz" vom Mittwoch in dem als Armeefahrzeug getarnten Auto fanden, war weitaus größer als beim letzten Terroranschlag am 9. November in Riad. Damals waren 18 Menschen in einer vorwiegend von arabischen Ausländern bewohnten Siedlung getötet worden.

Das Innenministerium in Riad hatte am Dienstag berichtet, die Terroristen hätten, als die Polizei sie habe festnehmen wollen, das Feuer eröffnet. Zwei von ihnen seien bei dem anschließenden Schusswechsel getötet worden. Einer der beiden sprengte sich nach saudiarabischen Presseberichten mit einem Sprengstoffgürtel in die Luft. Ein Polizist sei bei dem Gefecht leicht verletzt worden, hieß es. Die Zeitung "Al-Sharq Al-Awsat" meldete unterdessen, drei Verdächtige seien geflohen.

Die Polizei hatte die Terroristen nach offiziellen Angaben in einem Rasthaus nordöstlich von Riad an der Schnellstraße in Richtung Dammam entdeckt. Die saudiarabische Zeitung "Al-Watan" berichtete, neben dem Rasthaus hätten die Beamten weitere Fahrzeuge entdeckt, die in den Farben der für die Terrorbekämpfung zuständigen Einheiten umgespritzt worden seien.

Auch bei dem Anschlag vom 9. November hatten sich die Angreifer als Angehörige einer Polizeieinheit getarnt. Im vergangenen Mai waren in Riad bei Selbstmordattentaten in einer Nacht 35 Menschen getötet worden, darunter zahlreiche westliche Ausländer. Seither hat das Herrscherhaus von Saudi-Arabien die Fahndung nach mutmaßlichen Terroristen erheblich intensiviert.


 
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