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Raketentest: Japan und USA drohen Nordkorea

zuletzt aktualisiert: 19.06.2006 - 15:07

Tokio/Canberra (rpo). Nach Berichten, dass Nordkorea plant, Langstreckenraketen zu testen, machen zahlreiche Länder diplomatischen Druck auf das kommunistische Land. Japan und die USA drohten dem Staat mit ernsthaften "Konsequenzen".

Auch die Australien und Neuseeland warnten das Regime in Pjöngjang vor den Konsequenzen, sollte es tatsächlich eine Rakete vom Typ Taepodong-2 abfeuern. Ein solcher Schritt würde Nordkorea international weiter isolieren. Japan hat Nordkorea aufgefordert, den Versuch eines Raketenstarts zu stoppen", sagte der japanische Ministerpräsident Junichiro Koizumi in Tokio. "Wenn Nordkorea jedoch nicht einlenkt und eine Rakete abfeuert, müssen wir mit den Vereinigten Staaten beraten und strenge Maßnahmen ergreifen."

Der US-Botschafter in Japan, Thomas Schieffer, nannte Sanktionen als eine mögliche Reaktion auf einen Raketentest. In Seoul forderte die südkoreanische Regierungspartei Pjöngjang auf, mit einem Raketentest einen Freund nicht in Gefahr zu bringen. Die Opposition warf der Regierung vor, nicht entschlossen genug gegen den nördlichen Nachbarn vorzugehen.

Auch Australien drohte am Montag Nordkorea mit "ernsten Konsequenzen". Außenminister Alexander Downer zeigte sich sehr besorgt über Berichte, wonach das kommunistische Nordkorea einen Test mit einer Langstreckenrakete vorbereitet. Dies wäre eine große Provokation und würde Nordkorea in der Welt weiter isolieren, sagte Downer. Neuseeland kündigte an, es werde sich noch in dieser Woche mit einer Botschaft an die nordkoreanische Regierung wenden.

Immer mehr Berichte

Seit Wochen mehren sich Berichte über einen geplanten Test einer Langstreckenrakete in Nordkorea, vermutlich vom Typ Taepodong-2. Ein solcher Test stehe nun möglicherweise unmittelbar bevor, es gebe Anzeichen für entsprechende Vorbereitungen, sagte ein Sprecher der südkoreanischen Regierung am Wochenende. Zeitungen berichteten, laut einer Analyse von Satellitenaufnahmen seien bereits Trägersysteme und Treibstoff bereitgestellt worden.

Einige Experten sagten, die Betankung der Rakete sei ein entscheidender Schritt. Wenn dieser abgeschlossen sei, müsse die Rakete innerhalb von 24 Stunden abgefeuert werden, erklärte Professor Toshiyuki Shikata von der Teikyo-Universität in Tokio. Wenn der Treibstoff länger im Tank bleibe, drohe er das Innere zu zerfressen. Er fügte hinzu, Nordkorea könne aber auch nur den Anschein einer Betankung erwecken, um die internationale Gemeinschaft zu täuschen.

Eine neue nordkoreanische Langstreckenrakete könnte auch die USA erreichen. Nordkorea hat sich 1999 ein Moratorium bezüglich der Tests von Langstreckenraketen auferlegt.

Quelle: ap

 
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