Fackellauf wird zum PR-Debakel: Japanische Mönche brüskieren China
zuletzt aktualisiert: 18.04.2008 - 10:27Tokio/Bangkok (RPO). Buddhistische Mönche haben es abgelehnt, ihren Tempel als Startpunkt für den olympischen Fackellauf zur Verfügung zu stellen. Das Organisationskommitte muss nun einen neuen Ort suchen. Für China ist die Absage eine erneute Niederlage im olympischen PR-Kampf.
Die Entscheidung teilte am Freitag der Generalsekretär des Organisationskomitees von Nagano, Kunihiko Shinohara, nach einem Gespräch mit den Mönchen des Zenkoji-Tempels mit. Nagano war Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1998.
"Wir respektieren die Entscheidung des Tempels", sagte Shinohara. "Wir werden den Startpunkt ändern." Ein anderer Vertreter der Stadt, Koichi Yajima, erklärte, die Mönche fürchteten um die Sicherheit des Tempels und der Gläubigen, falls es beim Fackellauf zu Protesten gegen die chinesische Tibet-Politik kommen sollte. Ein Mitarbeiter des Tempels, der namentlich nicht genannt werden wollte, sagte, der Tempel und die Gläubigen betrachteten das Vorgehen gegen die Glaubensbrüder in Tibet mit Sorge. "Wir sind Buddhisten wie sie."
Seit dem Start des internationalen Fackellaufs am 24. März in Griechenland ist es an etlichen Orten zu heftigen Protesten gegen die chinesische Tibetpolitik gekommen. Die olympische Flamme, die am Freitag in Thailand eintraf, soll von Australien nach Japan kommen und von dort nach Südkorea weiterreisen.
In Thailand wurde die olympische Flamme unter massiven Sicherheitsvorkehrungen in ein Luxushotel gebracht. Für den am Samstag geplanten Fackellauf in Bangkok sollten 2.000 Polizisten aufgeboten werden, um antichinesische Störungen wie zuvor in London, Paris und San Francisco zu verhindern, sagte der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees, General Yuttasak Sasiprapha. Von Thailand reist die Fackel am Samstagabend nach Malaysia weiter.
Die Fackel traf in Bangkok von Indien kommend ein. In Neu-Delhi war sie praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit durch die Straßen getragen worden, um Proteste von Exiltibetern zu verhindern.
Indianer erwägen Protest bei Olympia in Vancouver
Auch in Kanada regt sich Protest gegen Die kanadischen Indianer erwägen politische Proteste bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver. Der Vorsitzende ihres Verbandes First Nations, Phil Fontaine, sagte in Ottawa, die vielen tausend Kanadier, die gerade für ein freies Tibet demonstriert hätten, sollten sich auch über die miserablen Lebensbedingungen der Ureinwohner in ihrem eigenen Land empören. "Wir werden jede Gelegenheit nutzen, unsere Sache vorzubringen, Missverständnisse aus dem Weg zu räumen und den Kanadiern die Wahrheit über unsere Lage zu sagten", erklärte Fontaine.
Indianerminister Chuck Strahl zeigte sich über Fontaines Äußerungen befremdet. Zum ersten Mal überhaupt seien die Ureinwohner bei der Planung der olympischen Feierlichkeiten und der Frage, wie die Einkünfte verteilt werden sollen, beteiligt worden. "Es wird eine aufregende Olympiade für First Nations - nicht nur in der Region (Vancouver), sondern überall in Kanada. Meine Hoffnung ist, dass sie dies schätzen werden."
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