kalaydo.de Anzeigen stellen auto immobilien kleinanzeigen tiere ferienwohnungen inserieren
  RP Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
         
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
Kommentare ()

Krise in Birma: Japanischer Fotograf offenbar hingerichtet

zuletzt aktualisiert: 28.09.2007 - 15:38

Rangun (RPO). Der von der Militärregierung in Birma erschossene japanische Fotograf soll regelrecht hingerichtet worden sein. Das enthüllte ein TV-Privatsender in Japan. Das veröffentlichte Filmmaterial zeigt, wie der Fotograf  Kenji Nagais von einem Soldaten zu Boden gestoßen und dann hingerichtet wurde. Tokio kündigte Ermittlungen zum genauen Hergang des Todes von Nagais an. Er galt als erfahrener Kriegsreporter.

Auf den Fernsehbildern von Fuji Television sind Soldaten zu sehen, die Demonstranten in Rangun verfolgen. Ein behelmter Soldat scheint einen mit Shorts und Sandalen bekleideten - und als Nagai identifizierten - Mann zu Boden zu stoßen. Als der Mann hilflos auf dem Rücken liegt, mit der rechten Hand seine Videokamera fest umklammernd, ist ein lauter Knall zu hören, während ein Soldat sein Gewehr auf Nagai gerichtet hält.

Fuji Television zufolge wurde Nagai keineswegs durch eine verirrte Kugel, sondern mit voller Absicht getötet. "Angesichts des Winkels seiner Waffe scheint dieser Soldat ihn zu erschießen", sagte Koichi Ito, ein früheres Mitglied der schnellen Eingreiftruppe der japanischen Polizei, dem Sender. Fuji Television machte keine Angaben zur Herkunft des Filmmaterials. Japans Chef-

Regierungssprecher Nobutaka Machimura sagte unter Berufung auf einen Arzt der japanischen Botschaft in Birma, eine Kugel sei in Nagais untere rechte Brustkorbhälfte eingedrungen, habe das Herz durchschlagen und sei dann am Rücken wieder ausgetreten. Tokio kündigte Ermittlungen zum genauen Hergang des Todes von Nagai an.

Die Arbeit in Krisengebieten war Kenji Nagais Leidenschaft. Der japanische Journalist bereiste Afghanistan und den Irak, berichtete in geheimer Mission aus Nordkorea. Birmas Hauptstadt Rangun war die letzte Station des 50-Jährigen. Hier starb er am Donnerstag durch eine Kugel der Sicherheitskräfte, als er über die Proteste gegen die Militärjunta berichten wollte.

Nachdem zunächst von einem Querschläger die Rede war, enthüllte der japanische Privatsender Fuji Television am Freitag Filmmaterial, das einen anderen Hergang der Ereignisse nahelegt und für Entsetzen in Nagais Heimat sorgte: Demnach wurde Nagai offenbar von einem Soldaten zu Boden gestoßen und dann regelrecht hingerichtet.

Nagai arbeitete für die in Tokio ansässige Agentur APF News, die sich auf Berichte aus Krisengebieten spezialisiert hat, in die sich die meisten japanischen Fernsehsender nicht vorwagen. Nagais Motto lautete "irgendjemand muss ja die Orte bereisen, an die sonst niemand will", wie der Gründer von APF, Toru Yamaji, berichtete. Seine Eltern versetzte der Junggeselle Nagai mit seinen Missionen immer wieder in Angst. Seine Mutter Michiko berichtete, Nagai habe sein Elternhaus seit Jahren nicht mehr besucht.

Nach seiner Rückkehr aus Afghanistan habe sie ihn immer wieder gewarnt, nicht mehr in gefährliche Gebiete zu reisen: "Aber ihn konnte nichts aufhalten", sagte die Frau. Sie wünsche sich nun nichts sehnlicher, als ihren Jungen noch einmal zu sehen.

Nagais Kollegen beschrieben den Reporter als einen Mann, der seiner Arbeit mit Leidenschaft nachging und dem es ein echtes Anliegen war, über die menschliche Not in Krisen- und Kriegsgebieten zu berichten. Jiro Ishimaru, Chefredakteur von Asia Press International, sagte, Nagais Interviewpartner hätten den als zurückhaltend geltenden Journalisten immer hoch geschätzt: "Er hat sie sehr gründlich und sorgfältig befragt, hat sich immer Zeit genommen", sagte Ishimaru der Nachrichtenagentur AFP. "Ich glaube, er war besessen von dem Wunsch, etwas zu tun, was andere nicht tun. "


 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung:

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
"Rauchen ist bei jungen Menschen out"

Diskussion um Nichtraucherschutz

"Rauchen ist bei jungen Menschen out"

Die Grünen in Nordrhein-Westfalen bestehen weiter auf ein konsequentes Nichtraucherschutzgesetz. Zum Weltnichtrauchertag warnen Experten vor ... mehr 

Computervirus

Iran meldet erfolgreiche Bekämpfung von "Flame"

Die iranische Regierung hat nach eigenen Angaben den Computervirus Flame erfolgreich bekämpft. Der iranische Minister für Kommunikation und ... mehr 

Mehr Politik
Aus der Region

Diskussion um Nichtraucherschutz

"Rauchen ist bei jungen Menschen out"

Schröder hält am Krippenausbau fest

"Wir dürfen die Eltern nicht enttäuschen"

Ministerin will auf Uni-Bewertung warten

Neue Plagiatsvorwürfe gegen Schavan

Videos

Video

Grefrather Eisbahn wird zur Filmkulisse

Die Schlittschuhläufer laufen eine Runde nach der anderen. Auf der Außenbahn des Grefrather Eisstadions ist dieses Mal alles etwas anders . ... mehr 

Video

Italien: Frau lebend aus Trümmern gezogen

Das Beben in Norditalien war am Dienstagabend schon 12 Stunden her, da gab es eines dieser kleinen Wunder, auf die die Menschen in den ... mehr 

Makabre Kunstaktion in Italien

Berlusconi mit Micky-Maus-Pantoffeln im Sarg

Mit einer makabren Kunstharzfigur sorgen zwei italienische Künstler derzeit in Rom für Furore: In einer Ausstellung im Palazzo Ferrajoli zeigen die Künstler den ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi als Leiche in einem Glassarg. mehr

 
 

13 Männer gefesselt und erschossen

Neues Massaker in Syrien

 

Möglicher Militäreinsatz in Syrien

USA weiter gegen militärisches Eingreifen

 
 
Top-Services