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Neue Enthüllungen über Russland-Kontakte
Sessions sprach offenbar mit Botschafter über US-Wahlkampf

Jeff Sessions sprach offenbar mit russischem Botschafter über US-Wahlkampf
Jeff Sessions in Philadelphia. FOTO: ap
Washington. Der russische Botschafter in den USA hat einem Zeitungsbericht zufolge im vergangenen Jahr mit dem heutigen US-Justizminister Jeff Sessions über Wahlkampfangelegenheiten gesprochen.

Entsprechende Themen seien behandelt worden, als der US-Wahlkampf 2016 noch in vollem Gange war, berichtete die "Washington Post" am Freitag unter Berufung auf US-Regierungsvertreter, die abgefangene Gespräche des Botschafters Sergej Kisljak beschrieben.

Sessions war zu der Zeit ein Berater in Auslandsfragen für den damaligen republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump. Nach der Wahl nominierte Trump den früheren Senator aus Alabama für den Posten des Justizministers. In einer entsprechenden Anhörung legte Sessions seine Treffen mit Kisljak nicht offen. Später gab er an, sich nicht daran zu erinnern, die Trump-Kampagne mit Kisljak besprochen zu haben.

Sessions hatte sich wegen Befangenheit zurückgezogen

Eine Sprecherin des Justizministeriums, Sarah Isgur Flores, sagte, Sessions bleibe bei seiner Aussage. Er habe keine Konversationen mit russischen Regierungsmitarbeitern über jegliche Einmischung in die Wahl geführt.

Sessions hatte sich bereits im März von den Ermittlungen in der Russland-Affäre wegen Befangenheit zurückgezogen, weswegen Trump ihn kürzlich in einem Interview mit der "New York Times" öffentlich abkanzelte.

Trumps Sohn zu Aussage in Russland-Affäre bereit

Derweil hat sich US-Präsidentensohn Donald Trump jr. bereit erklärt, in der Russland-Affäre eine nichtöffentliche Aussage vor dem Justizausschuss des Senats zu machen. Trump Jr. sowie der Ex-Wahlkampfmanager von Präsident Donald Trump, Paul Manafort, seien derzeit in Vorgesprächen mit dem Gremium, teilte der Ausschussvorsitzende Chuck Grassely am Freitag (Ortszeit) mit. Trump Juniors Anwalt reagierte nicht auf Anfragen. Manaforts Sprecher wollte sich nicht äußern.

Trump Jr. und Manafort stehen in der Kritik, weil sie im Sommer 2016 an einem Treffen mit der russischen Anwältin Natalia Wesselnizkaja im New Yorker Trump Tower teilgenommen haben. Trump Jr. erhoffte sich davon schädigende Informationen über die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. An dem Treffen nahm auch Trumps Schwiegersohn Jared Kushner teil. Es gilt als bislang deutlichster Hinweis darauf, dass Trumps Wahlkampftruppe bereit war, auf Informationen aus Russland zurückzugreifen.

Grassely sagte, er wolle Trump jr. nicht zu einer öffentlichen Aussage in der kommenden Woche zwingen. Verhandelt werde derzeit auch über die Herausgabe von möglicherweise relevanten Dokumenten in der Sache. Kushner soll am Montag und Dienstag in den Geheimdienstausschüssen des Senats und des Repräsentantenhauses aussagen.

(ap)
 
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