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Jemen
Friedensverhandlungen sollen nächste Woche starten

Jemen: Aden versinkt in Gewalt und Zerstörung
Jemen: Aden versinkt in Gewalt und Zerstörung FOTO: dpa, ya cs
Genf/Aden. Lichtblick im verheerenden Bürgerkrieg im Jemen: Die Bürgerkriegsparteien haben sich auf den Beginn von Friedensverhandlungen in der kommenden Woche geeinigt. Das teilten die Vereinten Nationen am Montag mit.

Nach UN-Angaben wurden im Jemen in dem Konflikt zwischen Regierungstruppen und Rebellen seit März rund 5700 Menschen getötet, fast die Hälfte der Opfer waren Zivilisten. Im Jemen kämpfen seit September 2014 die Truppen des sunnitischen Präsidenten Hadi gegen die schiitischen Huthi-Rebellen und deren Verbündete, die dem langjährigen Ex-Machthaber Ali Abdallah Saleh die Treue halten. Nachdem die Aufständischen im März auf die Küstenstadt Aden vorgerückt waren, floh Hadi nach Saudi-Arabien und bat das Königreich um Hilfe. Riad griff daraufhin an der Spitze einer arabischen Militärallianz mit Luftangriffen in den Konflikt ein. Nach der Entsendung von Bodentruppen wurden die Huthi-Rebellen im Sommer aus Aden vertrieben, doch kontrollieren sie weiter die Hauptstadt Sanaa.

Noch am Sonntag war der Gouverneur der südjemenitischen Stadt Aden, Dschaafar Saad, bei einem Anschlag getötet worden. Auch mehrere Leibwächter Saads seien bei der Explosion einer Autobombe am Sonntag in den Tod gerissen worden, teilten die Sicherheitskräfte mit. Zu dem Attentat bekannte sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS).

Wie der Chef der Sicherheitskräfte in Aden, General Mohammed Mussad, mitteilte, wurden Saad und sechs seiner Leibwächter bei einem "Autobombenanschlag" getötet. Die IS-Organisation sprach in einer Twitter-Botschaft von acht getöteten Leibwächtern neben Saad. Die Islamisten drohten zudem weitere Anschläge an. Auf Fotos, die in Online-Netzwerken veröffentlicht wurden, war ein brennendes und völlig zerstörtes Auto in dem zentralen Viertel Tawahi zu sehen.

Die IS-Miliz hatte sich Anfang Oktober bereits zu einem Attentat auf den provisorischen Sitz der jemenitischen Regierung in einem Hotel in Aden bekannt. Im November war der vertriebene Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi aus dem saudiarabischen Exil nach Aden zurückgekehrt. Saad, ein enger Vertrauter des Präsidenten, war erst kürzlich zum Gouverneur ernannt worden.

(felt/ap/dpa/AFP)
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