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Drohende Machtübernahme
Huthi-Rebellen rücken im Südjemen immer weiter vor

Jemen: Huthi-Rebellen rücken immer weiter vor
Menschen fliehen vor einem Tränengas-Angriff der Huthi-Rebellen. FOTO: dpa, ya sw
Aden. Im Jemen droht die komplette Machtübernahme durch die schiitischen Huthi-Rebellen. Am Mittwoch rückten die Aufständischen bis an die im Süden des Landes gelegene Hafenstadt Aden heran - dort hielt sich der im Februar vor den Huthis aus der Hauptstadt Sanaa geflohene Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi auf.

Am Abend teilte das US-Außenministerium in Washington mit, der Präsident habe sein Anwesen in Aden verlassen. Freiwillig, wie die Sprecherin Jennifer Psaki betonte. Wohin Hadi sich begeben habe, sagte sie jedoch nicht. Am Abend lieferten sich Hadi-Getreue und Huthis bereits Gefechte um den internationalen Flughafen, berichteten lokale Medien unter Berufung auf Militärquellen.

Situation um Präsident Hadi war zunächst unklar

Zuvor hatte es widersprüchliche Informationen darüber gegeben, ob Hadi die Stadt verlassen habe, nachdem die Huthis in der Nacht zum Mittwoch eine auch bis vor kurzem vom US-Militär genutzte Luftwaffenbasis nördlich von Aden erobert hatten. Die Huthis beherrschen seit Monaten große Teile des Nordjemens sowie die Hauptstadt Sanaa. Am Mittwoch habe ein Kampfjet mehrere Raketen auf Hadis Residenz abgefeuert, berichtete die lokale Nachrichtenseite "Aden al-Ghad" unter Berufung auf Augenzeugen. Bodentruppen hätten das Feuer erwidert.

Ob es Opfer gab und ob Hadi sich während des Angriffs in dem Palast aufhielt, war zunächst nicht bekannt. Der jemenitische Sicherheitsdienst wies laut "Aden al-Ghad" Gerüchte zurück, das Staatsoberhaupt sei bereits aus Aden geflohen. Schon am Wochenende war das Anwesen Hadis bombardiert worden. Die Rebellen hatten in der Vergangenheit mehrere jemenitische Luftwaffenstützpunkte im Norden unter ihre Kontrolle gebracht. Auf ihrem Weg nach Aden eroberten sie auch die Universitätsstadt Tais und schlugen dort Demonstrationen gegen sie blutig nieder.

Rebellen meldeten Festnahme des Verteidigungsministers

In der Nacht zum Mittwoch brachten die Huthis zudem die Luftwaffenbasis Al-Anad rund 50 Kilometer nördlich von Aden in ihre Gewalt. Nach eigenen Angaben nahmen die Rebellen auch Jemens Verteidigungsminister gefangen. Mahmud al-Subaihi sei "festgenommen" worden, als er mit Milizionären gegen die Huthis vorging, hieß es. Eine unabhängige Bestätigung gab es zunächst nicht. Unterstützung erhalten die Huthis von Soldaten, die dem Ex-Präsidenten Ali Abdullah Salih ergeben sind. Salih war Anfang 2012 nach Protesten gegen ihn zurückgetreten.

Erst vor vier Tagen hatten die USA aus Sicherheitsgründen eigene, in der Basis bei Aden stationierte Soldaten abgezogen. Sie hatten Al-Anad als Drohnen-Stützpunkt im Anti-Terror-Kampf genutzt. US-Soldaten trainierten dort zudem jemenitische Spezialeinheiten. Der Leiter des jemenitischen Sicherheitsdienstes sagte am Mittwoch "Aden al-Ghad", das Staatsoberhaupt befinde sich nach wie vor in seinem Anwesen in Aden. Hadi habe nicht vor, vor den Rebellen zu fliehen. Die Seite und andere jemenitische Medien hatten zuvor berichtet, der Präsident habe die Stadt verlassen.

(dpa)
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