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Bürgerkrieg im Jemen
UN: Fast 400 Kinder bei Kämpfen getötet

Jemen: Aden versinkt in Gewalt und Zerstörung
Jemen: Aden versinkt in Gewalt und Zerstörung FOTO: dpa, ya cs
New York . Während den Huthi-Rebellen ein schwerer Schlag gegen die Regierung gelungen ist, hat der Jemen-Konflikt nach UN-Angaben seit Ende März fast 400 Kindern das Leben gekostet.

Eine ähnlich hohe Zahl von Minderjährigen sei von bewaffneten Gruppen als Kämpfer rekrutiert worden, teilte Unicef in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht mit. Es handelt sich um den ersten derart alarmierenden Report des UN-Kinderhilfswerk zum Jemen, wo eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition seit Ende März gegen die Huthi-Rebellen vorgeht. Die Aufständischen hatten seit dem vergangenen Jahr weite Teile des Landes überrannt, darunter die Hauptstadt Sanaa, woraufhin Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi ins benachbarte Saudi-Arabien floh.

Nach Angaben des UN-Menschenrechtsbüros kamen bis vergangenen Freitag mindestens 1950 Zivilisten bei den Kämpfen im Jemen um. Unicef gab die Zahl der bis vergangene Woche getöteten Kinder mit 398 an. Doch könne die Zahl der Opfer weit höher liegen. 377 Kinder seien zum Kämpfen gezwungen worden, 1,3 Millionen hätten ihre Häuser verlassen. "Abdul war vier Jahre alt und wurde von einem Scharfschützen getötet", wurde in dem Bericht die sieben Jahre alte Nada Nussir zitiert. "Ich will nicht so sterben wie er."

Rund zehn Millionen Kinder im Jemen - oder die Hälfte der Bevölkerung des Landes - seien zudem dringend auf humanitäre Hilfe angewiesen, hieß es in dem Unicef-Bericht weiter. Mehr als die Hälfte der schwangeren Frauen in den am ärgsten von den Gefechten betroffenen Regionen hätten ein größeres Risiko, Komplikationen bei der Geburt zu erleiden, weil sie keinen Zugang zu medizinischen Einrichtungen hätten.

Rebellen gelingt Schlag gegen Armee

Derweil haben die schiitischen Huthi-Rebellen regierungstreue Kämpfer im Süden des Landes umzingelt und 65 von ihnen getötet. Sicherheitsbeamte und Augenzeugen sagten am Dienstag, die Regierungskräfte seien von Abjan in die Provinz Bajda vorgerückt. Die Rebellen hätten ihnen in der Gegend von Akaba Tharaa einen Hinterhalt gelegt und vier Panzer sowie acht gepanzerte Fahrzeuge zerschossen. Während der 24-stündigen Kämpfe seien auch 15 Huthi-Kämpfer ums Leben gekommen.

Beide Seiten brachten Verstärkungen heran. Die Eingeschlossenen versuchten auszubrechen. Die Huthis bemühten sich, sie nicht entkommen zu lassen. Die von Saudi-Arabien geführte Koalition sunnitischer Golfstaaten flog Dutzende Luftangriffe auf Huthi-Stellungen in der Gegend.

Die Huthis hatten im vergangenen Jahr weite Teile des Jemens erobert, darunter auch die Hauptstadt Sanaa. In den vergangenen Wochen erzielten dagegen regierungstreue Truppen im Südjemen wieder große Bodengewinne gegen die Huthis.

(ap)
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