Libanon: Jihad H. legt Teilgeständnis ab
zuletzt aktualisiert: 26.08.2006 - 10:53
Der 20-jährige Jihad H. soll in dem palästinensischen Flüchtlingslager Ain el Hilwe im Libanon aufgewachsen sein, das ab 2003 zur Fluchtstätte für rund 200 Kämpfer und Führungskader von El Kaida geworden sei, berichtete das Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf den libanesischen Geheimdienst und Berliner Sicherheitskreise. Das Camp befindet sich in der libanesischen Hafenstadt Sidon.
Wie "Focus" weiter berichtet, fanden sich DNA-Spuren eines möglicherweise dritten Tatbeteiligten an einem Papiertaschentuch, das die Ermittler in einem der Bombenkoffer gefunden hatten. Ein am Freitag in Konstanz festgenommener Verdächtiger, ein Student aus dem Libanon, habe noch am Tag seiner Festnahme eine Speichelprobe abgegeben.
Jihad H. hatte sich am Donnerstag in der nordlibanesischen Hafenstadt Tripoli den Behörden gestellt. Der jetzt in Konstanz gefasste dritte Mann ist nach Angaben der Bundesanwaltschaft dem persönlichen Umfeld von E.H. zuzurechnen. Wie diesem und auch Hamad wird ihm Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, versuchter Mord in einer Vielzahl von Fällen und das versuchte Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen. Die Wohnung, die der junge Mann in einem Studentenwohnheim mit einem Brasilianer und einem Chinesen teilte, wurde von Experten durchsucht.
Unklarheit herrschte über die Identität des Mannes: Nach unbestätigten Aussagen von Mitbewohnern soll es sich um einen Libanesen mit Vornamen Zamir handeln. Nach ebenso unbestätigten Informationen aus dem Libanon soll der Mann syrischer Staatsbürger sein. Ob oder wie er in die Anschlagsvorbereitungen eingebunden gewesen war, stand zunächst nicht fest. Dem Haftrichter wird er laut Bundesanwaltschaft am Samstag vergeführt.
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