Der österreichische Politiker Jörg Haider ist tot. Er verunglückte bei einem Verkehrsunfall. Ein Rückblick auf eine politische Karriere.
Haider wurde 1950 im oberösterreichischen Bad Goisen geboren. Seine Eltern waren überzeugte Nationalsozialisten. Er studiert als jungern Mann Jura in Wien. Schon mit 20 steigt er in die Politik ein.
1979 zieht er für die FPÖ in den Nationalrat ein. Startschuss für eine schillernde Karriere.
Mit populistisch markigen Sprüchen inszeniert er sich als Mann des Volkes, als Kämpfer für die fleißigen und ehrlichen Menschen. Die Politiker der konkurrierenden großen Parteien charakterisiert er als Maden im Speck.
1989 wird Haider Landeshauptmann von Kärnten, vergleichbar mit einem Ministerpräsidenten in Deutschland. Zwei Jahre später lobt er im Landtag die Beschäftigungspolitik der Nazis als ordentlich und muss das Amt abgeben.
Aber Haider ist ein Stehauf-Männchen. 1999 wird seine FPÖ in Kärnten stärkste Partei. Haider kehrt zurück auf den Posten des Landeshauptmanns.
Bei der Nationalratswahl 1999 feiert Haider seinen persönlichen Triumph. Die FPÖ wird mit fast 27 Prozent zweitstärkste Partei und geht in die Regierung. Die EU-Länder beschließen Sanktionen. Haider selbst will nicht nach Wien.
Drei Jahre später kommt es zum Zerwürfnis mit den Freiheitlichen. Die Partei-Rivalen sind in der Regierung selbstbewusst geworden und nabeln sich von Haider ab. Er verlässt die FPÖ.
2005 gründet Haider das Bündnis Zukunft Österreich.
Die neue Partei bleibt in ihrer Wirkung vorerst auf Kärnten beschränkt. Bei den Nationalratswahlen 2008 entschließ sich Haider, noch einmal bundesweit anzutretren. Mit Erfolg: Das BZÖ bekommt über zehn 10 Prozent.
Haider pflegte einen mondänen Lebensstil, war oft im eigenen Hubschrauber oder im schwarzen Porsche-Cabrio unterwegs, kletterte medienwirksam auf den Großglockner und pflegte eine Freundschaft mit einem Sohn des libyschen Staatschefs Muammar el Gadaffi. Dem irakischen Diktator Saddam Hussein stattete er 2002 einen Besuch ab.