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Republikaner tritt zurück
John Boehner scheitert an der Tea Party

Fotos: Republikaner und Widersacher Barack Obamas
Fotos: Republikaner und Widersacher Barack Obamas FOTO: ap, J. Scott Applewhite
Wahsington. Der Republikaner John Boehner (65) verlässt nach fünf Jahren als "Sprecher", also als Vorsitzender, das amerikanische Repräsentantenhaus. Von Frank Herrmann

Nachdem er den Papst kürzlich verabschiedet hatte, lachte er noch, als ihn Journalisten nach Rücktrittsgedanken fragten. Er habe den Heiligen Vater zu einer Rede vor dem Kongress bewegen können und damit alles erreicht, was er erreichen wollte, sagte Boehner. Wie gerührt er war, konnte man sehen, als Franziskus sprach und er im Sessel des Sprechers direkt hinter ihm saß, bisweilen zum Taschentuch greifend, um Tränen wegzuwischen.

Dass sich der Katholik aus Ohio mit der päpstlichen Visite einen Lebenstraum erfüllte, veranlasste Reporter prompt zu der Frage, ob dies vielleicht bedeute, dass er nun seinen Hut nehme. Das war am Donnerstag, und gestern wurde tatsächlich wahr, worüber zunächst nur gescherzt wurde: Ende Oktober räumt Boehner den Posten als Vorsitzender des amerikanischen Repräsentantenhauses.

Es ist ein Paukenschlag, aber einer mit Ansage. Denn das Eis, auf dem sich der 65-Jährige bewegte, ein Konservativer alter Schule, wurde mit der Zeit immer dünner. Immer weniger hatte er die Rebellen in der eigenen Partei unter Kontrolle. Jüngere Republikaner, mit der Tea-Party-Welle ins Parlament gekommen, halten Boehner seit Langem für zu kompromissbereit. Der Geist der Revolte gegen das politische Establishment hat bereits die Seiteneinsteiger Donald Trump, Carly Fiorina und Ben Carson beim Kandidatenausscheid der Konservativen erfasst.

Jetzt weht er auch durch die Legislative. Im Ringen um staatliche Zuschüsse für "Planned Parenthood", eine Organisation, die für Frauen in Not Abtreibungen vermittelt, zeigte sich Boehner zuletzt nicht bereit, einen härteren Kurs zu fahren. Eine Teilschließung der Bundesbehörden wie 2013 will er nicht noch einmal riskieren. Anders die Hardliner, die eine neuerliche Machtprobe mit dem Obama-Kabinett regelrecht vom Zaun zu brechen versuchen.

Quelle: RP
 
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