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John Kerry in der Klinik
Ein Beinbruch könnte zum Problem der Weltpolitik werden

John Kerry: Ein Beinbruch könnte zum Problem der Weltpolitik werden
US-Außenminister John Kerry stürzte mit dem Rad. FOTO: ap
Genf. Der US-Außenminister John Kerry hat die Atomverhandlungen mit dem Iran mit viel persönlichen Einsatz vorangetrieben. Jetzt könnte sein Beinbruch ein Problem werden.

Nach seinem Beinbruch bei einem Fahrradunfall soll US-Außenminister John Kerry mit einem Militärflugzeug unter ärztlicher Betreuung in die Heimat gebracht werden. Sein Chirurg Dennis Burke werde den Verletzten auf dem Flug nach Boston begleiten, erklärte das Außenministerium am Montag in Washington.

Der 71-jährige Kerry sei guter Dinge und aktiv, versicherte Sprecher John Kirby. Doch ist nicht klar, ob der Diplomat operiert werden muss und wie lange er ausfällt - und was dies für wichtige Projekte wie das iranische Atomabkommen bedeutet. Darüber hatte er kurz vor dem Unfall mit seinem iranischen Kollegen Mohammed Dschwad Sarif verhandelt.

Kerry war am Sonntag beim Radfahren im französischen Scionzier gegen einen Bordstein geprallt und gestürzt. Dabei hatte er sich den rechten Oberschenkel gebrochen. Ein Arzt und ein Sanitäter aus dem Begleittross waren sofort zur Stelle und versorgten den Minister, bevor er per Hubschrauber in eine Genfer Klinik gebracht wurde. In den USA soll er im Massachusetts General Hospital weiter behandelt werden.

Kerry war vor Jahren an der Hüfte operiert worden. Auf seinen Auslandsreisen fährt er in Pausen regelmäßig Rad. Oft nimmt er sein Rad im Flugzeug mit. Auch am Sonntag war er damit unterwegs.

Nach dem Unfall musste Kerry Termine in Spanien mit König Felipe VI. und Ministerpräsident Mariano Rajoy sowie die persönliche Teilnahme an einer Pariser Konferenz zum Vorgehen gegen die Terrormiliz Islamischer Staat absagen. Doch führte er nach Angaben seines Sprechers Telefonate, unter anderem mit Präsident Barack Obama. An der Konferenz in Paris wolle er per Fernleitung teilnehmen.

Kerry hatte in den letzten Monaten intensive Verhandlungen über das iranische Atomprogramm geführt. Der endgültige Vertrag mit Teheran soll Ende Juni stehen. Die USA, Frankreich, Großbritannien, China, Russland und Deutschland wollen mit einem Abkommen ausschließen, dass der Iran eigene Atomwaffen entwickeln und bauen kann. Der Iran versichert, sein Atomprogramm diene ohnehin ausschließlich zivilen Zwecken und fordert die schnelle Aufhebung von Sanktionen.

(ap)
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