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Exzentrischer Software-Entwickler
John McAfee will US-Präsident werden

Fotos: John McAfee will für Weißes Haus kandidieren
Fotos: John McAfee will für Weißes Haus kandidieren FOTO: afp
Washington. Software-Pionier John McAfee hat in den vergangenen Jahren für diverse bizarre Geschichten gesorgt. Jetzt erwägt der 69-Jährige, für die US-Präsidentschaft zu kandidieren. Eine eigene Partei hat McAfee bereits gegründet. Von Philipp Jacobs

Der US-Präsidentschaftswahlkampf ist um eine skurrile Gestalt reicher: John McAfee, Entwickler der gleichnamigen Antiviren-Software, könnte sich vorstellen, ins Weiße Haus einzuziehen. "Meine Berater drängen mich, anzutreten", sagte  der 69-Jährige dem US-Magazin "Wired". Neben Donald Trump dürfte der gebürtige Brite mit US-amerikanischem Pass für einige Schlagzeilen sorgen. Denn solche zu generieren, fällt ihm nicht sonderlich schwer.

Die bekannteste Geschichte ist McAfees bizarre Flucht quer durch Mittelamerika: Ende 2012 war sein Nachbar erschossen in dessen Wohnung in Belize aufgefunden worden. McAfee vermutete damals einen Komplott und floh schwer bewaffnet nach Guatemala. Dort griffen ihn die Behörden auf und schickten ihn in die USA. Über seinen Blog ließ er die Welt an seiner Flucht teilhaben. 2013 veröffentlichte er ein Video, in dem er als exzentrischer Millionär à la "Playboy"-Gründer Hugh Hefner mit leicht bekleideten Damen vor der Kamera posierte und gegen seine Firma wetterte, die er 1994 verlassen hatte.

Dabei galt McAfee einst als Visionär. "Viren-Papst" nannte ihn die Presse. 1987 gründete er, damals noch beim Rüstungskonzern Lockheed angestellt, die Antiviren-Firma McAfee Associates. Als einer der ersten erkannte der IT-Spezialist die Gefahr durch Computerviren - und die Chance, mit ihrer Bekämpfung reich zu werden.

Fotos: Das sind die Präsidentschaftskandidaten FOTO: dpa, lws hm ase

Seine nun vorgelegte Präsidentschaftskandidatur scheint er tatsächlich ernst zu meinen. Denn McAfee hat bereits eine neue Partei gegründet: "Cyber Party". Der Name ist gleichzeitig Programm, schließlich fehle der US-Regierung ein grundlegendes Technikverständnis, sagte McAfee. Realistische Chancen gegen seine Mitbewerber hat er nicht. Ein E-Mail-Fauxpas, wie ihn Hillary Clinton hingelegt hat (sie verschickte Staatsgeheimnisse über ihre private Mailadresse), wäre McAfee allerdings so wohl nicht passiert.

Hier erfahren Sie, wer aktuell die offiziellen Präsidentschaftskandidaten in den USA sind.

Quelle: RP
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