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Unter dem Schutz der Regierung in Amman: Jordanien nimmt zwei Hussein-Töchter auf

zuletzt aktualisiert: 01.08.2003 - 06:50

Washington (rpo). Die die beiden ältesten Töchter von Saddam Hussein haben in Jordanien Zuflucht gefunden. Das gab die Regierung in Amman bekannt. Sie seien aus "rein humanitären Gründen" aufgenommen worden, hieß es.

Jordanien hat zwei der drei Töchter des entmachteten irakischen Präsidenten Saddam Hussein Asyl gewährt. Sie trafen am Donnerstag mit ihren neun Kindern in der Hauptstadt Amman ein, wo sie unter staatlichen Schutz gestellt wurden. Wie Informationsminister Nabil al Scharif mitteilte, wurden sie von König Abdullah aus "rein humanitären Gründen" aufgenommen. Bei den Töchtern handelt es sich um Raghad und Rana. Ihre beiden Brüder Udai und Kusai waren vergangene Woche von amerikanischen Soldaten bei einem Feuergefecht in Mosul getötet worden.

Die beiden Frauen hatten sich nach dem Sturz ihres Vaters am 9. April im Irak versteckt gehalten, nach Angaben arabischer Medien lebten sie vor ihrer Flucht nach Jordanien gemeinsam mit ihrer Mutter, der ersten Frau Saddam Husseins, und ihrer jüngeren Schwester Hala in einer Wohnung in Bagdad. Nach jordanischen Angaben hat sich ein Vermittler in Amman für die beiden Frauen eingesetzt. Der irakische Kurdenführer Dschalal Talabani hatte vor einigen Wochen erklärt, er sei bereit, ihnen zu helfen.

Rana und Raghad waren 1995 bereits einmal nach Jordanien geflohen. Damals begleiteten sie ihre Ehemänner, die beide aus dem Familienclan Saddam Husseins stammten und einst hohe Posten in Militär und Geheimdienst bekleideten. Jordanien weigerte sich damals die beiden, die in Amman geheime Details über Saddams Waffenprogramm veröffentlichten, an Bagdad auszuliefern. Wenig später fielen sie jedoch auf ein Amnestie-Versprechen des Präsidenten herein und kehrten mit ihren Frauen nach Bagdad zurück, wo sie sofort getötet wurden.

Kopfgeld auf Söhne Saddam Husseins freigegeben

Saddam Husseins Söhne Odai und Kusai wurden am Dienstag voriger Woche bei einem Feuergefecht mit US-Truppen in einem Haus in der nordirakischen Stadt Mossul getötet. Die US-Truppen hatten zuvor einen Hinweis auf das Versteck der beiden erhalten. Die USA hatten auf die beiden Söhne Saddam Husseins ein Kopfgeld von jeweils 15 Millionen Dollar ausgesetzt.

US-Außenminister Colin Powell gab jetzt das Geld - insgesamt 30 Millionen Dollar - zur Auszahlung an den Informanten frei, wie am Donnerstag aus Regierungskreisen in Washington verlautete.

Der Aufenthaltsort von Saddam Hussein ist weiter unbekannt. Auf ihn haben die USA ein Kopfgeld von 25 Millionen Dollar ausgesetzt. Saddam Hussein hatte sich zuletzt am Dienstag in einer weiteren Tonbandbotschaft zu Wort gemeldet, in der er den Tod seiner Söhne betrauerte.


 
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