Ägypten: Jubel in Kairo nach Mubarak-Rücktritt
zuletzt aktualisiert: 11.02.2011 - 20:46Kairo (RPO). Ägyptens Präsident Husni Mubarak hat sich den wochenlangen Massenprotesten gebeugt und ist von seinem Amt zurückgetreten. Hunderttausende Ägypter feierten das Ende seiner 30-jährigen Herrschaft auf den Straßen. Nachfolgend ein Live-Ticker zu den Ereignissen.
20.16 Uhr An der Spitze des Militärrats, dem Mubarak seine Macht übertragen hat, steht Verteidigungsminister Mohammed Hussein Tantawi. Der 75-jährige Marschall betonte bereits, den "Willen des Volkes" nicht in Frage zu stellen und ließ sich vor dem Präsidentenpalast feiern.
20.02 Uhr - Die ägyptischen Streitkräfte haben versichert, sie wollten nicht die Regierung übernehmen. Mubarak hatte mit seinem Rücktritt seine Vollmachten auf die Militärführung übertragen. Ein Militärsprecher sagte in einer kurzen Mitteilung im Fernsehen, die Streitkräfte würden bald Maßnahmen und Veränderungen einführen, die vom Volk gefordert worden seien. Er lobt Mubarak für seinen Einsatz für die Nation.
19.42 Uhr - Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat den Rücktritt Mubaraks begrüßt. "Die Stimme des ägyptischen Volkes, insbesondere der jungen Menschen wurde gehört, und es ist an ihnen, die Zukunft des Landes zu bestimmen", sagte Ban am Freitag vor Journalisten. Der Rücktritt Mubaraks sei im Interesse des Volkes.
19.13 Uhr - Die Schweizer Regierung friert nach eigenen Angaben alle Gelder des von Mubarak und seinen Angehörigen in der Schweiz ein. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte am Freitag, die Konten würden ab sofort blockiert.
19.11 Uhr - Die Freude über die revolutionäre Entwicklung in Ägypten hat mehrere Länder im Nahen Osten erfasst. In der libanesischen Hauptstadt Beirut, im Gaza-Streifen und in Tunesien rannten Menschen zum Feiern auf die Straße. Sogar in Israel, das die Proteste gegen die Regierung Mubaraks mit Sorge verfolgt hatte, begrüßte ein früheres Kabinettsmitglied die Entscheidung. "Die Straße hat gewonnen. Es gab nichts mehr zu tun. Es ist gut, dass er (Mubarak) getan hat, was er getan hat", sagte der frühere Verteidigungsminister Benjamin Ben Elieser einem Fernsehsender.
18.58 Uhr - Der deutsche Aktienmarkt hat zum Ende der Woche zunächst keinen eindeutigen Trend gezeigt. Erst als der Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak bekannt wurden, stieg der Leitindex am Freitag auf ein neues Jahreshoch. Der Dax schloss mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 7371 Zählern.
18.38 Uhr - Die Freude in Ägypten kennt keine Grenzen. Auf dem Tahrir-Platz in Kairo feiern die Menschen mit einem großen Feuerwerk am Himmel. "Ägypten ist frei" skandiert die Masse immer wieder.
18.31 Uhr - Die Nachricht vom Rücktritt Mubaraks hat US-Präsident Barack Obama während einer Sitzung im Weißen Haus erreicht. Offenbar überraschend, denn aus dem Regierungssitz hieß es, der Präsident bereite nun eine Erklärung vor. Im Fernsehen habe Obama die Bilder der feiernden Massen verfolgt. Für 19.30 Uhr MEZ kündigte das Weiße Haus eine Ansprache des Präsidenten an.
18.10 Uhr - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat mit Erleichterung und Freude auf den Rücktritt von Mubarak reagiert. "Heute ist ein Tag großer Freude", sagte Merkel am Freitag in Berlin. Die Kanzlerin sprach von einem "historischen Wandel". Sie freue sich mit den Menschen in Ägypten und wünsche ihnen Mut. "In ihren Augen kann man sehen, welche Kraft die Freiheit entfalten kann." Die Kanzlerin sagte, sie wünsche den Ägyptern auf ihrem weiteren Weg "in eine neue Gesellschaft" den Mut, "den sie schon in den letzten Tagen bewiesen haben".
17.58 Uhr - Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat den Rücktritt Mubaraks begrüßt. "Wir sind Zeuge eines historischen Umbruchs", sagte Westerwelle am Freitag in New York. Die Bundesregierung sei bereit, im Rahmen einer engen Partnerschaft an einem demokratischen Wandel in Ägypten mitzuwirken. Westerwelle kündigte in New York zudem an, er werde noch am Samstag für einen Tag nach Tunesien reisen, um mit der dortigen Regierung über Wege zu einer demokratischen Transformation zu beraten.
17.56 Uhr - Ein hoher militärischer Rat soll jetzt das Kabinett absetzen und die beiden Parlamentshäuser entlassen. Der Rat soll dann zusammen mit einem Verfassungsrichter das Land regieren. Das meldet die BBC.
17.40 Uhr - US-Präsident Obama befand sich zum Zeitpunkt der Rücktrittserklärung in einem Gespräch mit Beratern, verließ dann den Raum und setzte sich vor den Fernseher. Am Abend soll eine Erklärung Obamas folgen.
17.21 Uhr - Oppositionsführer Mohamed ElBaradei erklärte: "Das Land ist nach Jahrzehnten der Unterdrückung befreit." ElBaradei sprach vom "großartigsten Tag meines Lebens".
17.17 Uhr - EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton äußert Respekt für den Schritt Mubaraks. Die EU sei bereit, Ägypten zu helfen.
17.15 Uhr - Bundeskanzlerin Angela Merkel kündigt eine Erklärung zu den Ereignissen für 17.45 Uhr an.
17.09 Uhr - Auf dem Tahrir-Platz bricht nach dem Mubarak-Rücktritt Jubel aus. "Gott ist der Größte" rufen die Demonstranten.
17.04 Uhr - Husni Mubarak tritt nach Angaben seines Stellvertreters zurück. Ein Militärrat solle die Amtsgeschäfte übernehmen, sagte Omar Suleiman.
16.43 Uhr - Nach nur sieben Tagen im Amt gibt der Generalsekretär von Mubaraks Nationaldemokratischer Partei wieder auf. Ägypten brauche neue Parteien, sagte Hossam Badrawi dem TV-Sender al-Hajat.
15.31 Uhr - Das ägyptische Fernsehen kündigt eine wichtige und dringende Erklärung des Präsidialamtes an. Sie soll in Kürze folgen.
15.24 Uhr - Ägyptischer Finanzminister zu Reuters Insider TV: Der Suezkanal bleibt geöffnet, der Betrieb läuft reibungslos. Der Kanal ist einer der wichtigsten Wasserwege für die Weltwirtschaft.
14.00 Uhr - Die islamistische Muslimbrüderschaft ruft die Ägypter auf, weiter gegen Mubarak auf die Straße zu gehen. Die Ankündigung, Macht auf Vizepräsident Suleiman zu übertragen, sei ein Täuschungsmanöver. Die offiziell verbotene Muslimbruderschaft ist eine der wichtigsten Oppositionsgruppen in Ägypten.
13.16 Uhr - Nach einem Bericht des Fernsehsenders Al-Arabija hat Mubarak mit seiner Familie die Hauptstadt Kairo verlassen. Der genaue Zielort sei unbekannt. Demonstranten hatten zuvor gedroht, den Präsidentenpalast zu stürmen.
11.48 Uhr - Die Bundesregierung fordert die ägyptischen Sicherheitskräfte auf, nicht gewaltsam gegen Demonstranten vorzugehen. Die Regierung habe die Sorge, dass die Proteste eskalieren könnten, sagt Regierungssprecher Steffen Seibert.
10.47 Uhr - Das ägyptische Militär bekennt sich in einer Erklärung zu freien und fairen Wahlen und stellt das Ende des Ausnahmezustandes in Aussicht.
10.32 Uhr - Auch die Finanzmärkte verfolgen die Lage in Ägypten zunehmend besorgt: Der Preis für fünfjährige Kreditausfallversicherungen von ägyptischen Staatsanleihen steigt nach Berechnungen des Marktbeobachters Markit um 0,39 Punkte auf 3,8 Prozent.
10.29 Uhr - Der britische Fernsehsender BBC erhebt Vorwürfe gegen die iranische Regierung. Die Regierung in Teheran blockiere die Berichterstattung aus Ägypten auf dem BBC-Kanal in persischer Sprache.
09.43 Uhr - Der ägyptische Finanzminister sagt in einem Reuters-Interview, seine Regierung sei funktionsfähig. Das Militär mische sich in die Angelegenheiten nicht ein.
09.33 Uhr - Der Oppositionspolitiker Mohamed ElBaradei sagt in einem Interview der österreichischen Zeitung "Die Presse", die ägyptische Führung befinde sich in einem "totalen Chaos".
09.20 Uhr - Der ägyptische Finanzminister warnt in einem Interview des britischen Senders BBC vor einem Militärputsch in seinem Land. Dies wäre ein Albtraum nicht nur für die junge Generation, sondern auch für die gesamte Volkswirtschaft.
09.15 Uhr - Aus Sorge vor den Entwicklungen in Ägypten eröffnen wichtige europäische Aktienbörsen im Minus.
09.13 Uhr - Eine kleine Gruppe fordert vor dem Präsidentenpalast den Rücktritt Mubaraks. Soldaten schreiten nicht ein. Auf den Tahrir-Platz strömen Tausende Demonstranten.
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