Die US-Streitkräfte haben am 2. Juli im südlichen Afghanistan mit mehreren tausend Marineinfanteristen eine Großoffensive gegen die Taliban begonnen.
Im Schutz der Dunkelheit brachten gepanzerte Fahrzeuge und Transporthubschrauber in der Nacht zum Donnerstag rund 4.000 Soldaten in Dörfer der Provinz Helmand, die bislang von den Taliban kontrolliert wurden.
Die Offensive, an der auch etwa 650 afghanische Sicherheitskräfte beteiligt sind, trägt den Namen Khanjar ("Schlag des Schwertes"). Nach US-Angaben handelt es sich um den größten und am schnellsten vorrückenden Einsatz der US-Marineinfanteristen seit der Offensive in der irakischen Stadt Falludschah im Jahr 2004.
Zudem ist es der erste große Militäreinsatz unter US-Präsident Barack Obama, der Afghanistan mit einer deutlichen Truppenaufstockung stabilisieren will. Auch die knapp 4.000 Marineinfanteristen sind erst im Zuge von Obamas neuer Strategie nach Afghanistan verlegt worden.
Transporthubschrauber setzten in der Nacht hunderte Soldaten in der Ortschaft Nawa ab, rund 30 Kilometer südlich der Provinzhauptstadt Laschkar Gah.
In dem Gebiet waren zuvor niemals US- oder NATO-Truppen in größerer Zahl im Einsatz gewesen. Bei Tagesanbruch gab es erste Schusswechsel, aber noch keine größeren Gefechte.
"Wir schaffen hier eine neue Grundlage. Wir gehen an Orte, an denen noch niemand vorher war", sagte Hauptmann Drew Schoenmaker, der ein Regiment Marineinfanteristen kommandiert.
US-Präsident Barack Obama hatte eine Verstärkung der Truppen bis zur Wahl am 20. August um rund 21.000 Soldaten angekündigt. Bis Jahresende soll die Gesamtzahl der US-Soldaten in Afghanistan auf 68.000 steigen - nahezu eine Verdoppelung im Vergleich zum Stand unter Expräsident George W. Bush.