| 08.27 Uhr

Wikileaks-Gründer
Assanges Internet-Zugang wurde gekappt

Julian Assange hat kein Internet mehr
Julian Assang soll derzeit keinen Zugang mehr zum Internet haben. FOTO: ap, MS
Paris. Julian Assange ist vom Internet abgeschnitten. Der Netzzugang des Australiers sei gekappt, teilte die Enthüllungsplattform Wikileaks mit. Sie machte einen nicht genannten staatlichen Akteur dafür verantwortlich.

Anrufe, E-Mails und Textbotschaften an Assange wurden zunächst nicht beantwortet. Er befindet sich seit mehr als vier Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London, weil er seine Auslieferung an Schweden verhindern will. Dort wird gegen ihn wegen Vergewaltigung ermittelt.

Weiterhin Asyl gewährt

Die Botschaft erklärte auf Anruf, sie könne keine Informationen weitergeben. Die Londoner Polizei und Ecuadors Außenminister Guillaume Long wollten sich zu der Wikileaks-Mitteilung nicht äußern. Long versicherte lediglich, Ecuador erhalte die Asylzusage für Assange aufrecht, auch wenn es "in den wenigen vergangenen Stunden Spekulationen" gegeben habe.

Wikileaks veröffentlicht Geheimdokumente, die nach Meinung der Betreiber von öffentlichem Interesse sind. Zuletzt sorgte die Plattform mit E-Mails für Aufsehen, die aus einem Hacker-Angriff auf das Konto von John Podesta stammen sollen, dem Wahlkampfleiter der demokratischen US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Assange hat sich kritisch zu Clinton geäußert und angekündigt, sie mit Enthüllungen bloßzustellen. Er fürchtet nach eigenen Angaben, von Schweden an die USA überstellt zu werden, wo ihm ein Prozess wegen Geheimnisverrats droht.

(bur/ap)
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