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Aktion soll auf Klimawandel hinweisen: Kabinett der Malediven tagt unter Wasser

zuletzt aktualisiert: 18.10.2009 - 17:49

Male (RPO). Mit einer spektakulären Unterwasser-Sitzung hat die Regierung der vom Untergang bedrohten Malediven auf die Gefahren des Klimawandels hingewiesen. Präsident Mohammed Nasheed und sein Kabinett tagten am Samstag in voller Taucherausrüstung eine halbe Stunde lang an einem hufeisenförmigen Tisch in sechs Metern Tiefe.

 Foto: The Maldives Presidency, AFP
Foto: The Maldives Presidency, AFP

Im Anschluss sagte der Präsident, bei der Sitzung habe es weniger Debatten als sonst gegeben, dafür sei mehr Arbeit erledigt worden. Nasheed sprang bei der im nationalen Fernsehen übertragenen Aktion als erster vor der Insel Girifushi in das türkis schimmernde Wasser des Indischen Ozeans, gefolgt von einem Dutzend Ministern.

In der ungewohnten Umgebung nahmen sie eine Resolution an, in der die Weltgemeinschaft aufgefordert wird, mehr gegen den Ausstoß von Treibhausgasen zu unternehmen. Das Kabinett unterzeichnete die auf eine weiße Tafel gedruckte Erklärung mit wasserfesten Stiften. Nach dem Auftauchen verlangte der Präsident, dass die UN-Klimakonferenz im Dezember in Kopenhagen ein Abkommen beschließe, das allen Menschen ihr Überleben sichere.

Die Minister der Malediven weisen mit einer spektakulären Aktion auf die Gefahren des Klimawandels hin. Foto: MALDIVES PRESIDENCY, AFP

Nach Behördenangaben hatten nur Nasheed und Verteidigungsminister Ameen Faisel Taucherfahrung. Die anderen Kabinettsmitglieder eigneten sich die Kenntnisse in zweimonatigen Tauchkursen an. Die Trainer begleiteten sie bei der Unterwasser-Sitzung.

Die südwestlich von Sri Lanka gelegenen Malediven sind vom Klimawandel besonders bedroht. Schon ein Anstieg der Meeresspiegel um 18 bis 59 Zentimeter bis 2100 würde die flache Inselgruppe praktisch unbewohnbar machen. Nasheed macht immer wieder mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen auf die Gefahren des Klimawandels aufmerksam. Im vergangenen Jahr überraschte er mit dem Plan, für sein Volk ein neues Heimatland kaufen zu wollen.

Quelle: AFP/felt

 
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