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Kabul
Taliban-Kämpfer greifen spanische Botschaft

Kabul: Taliban-Kämpfer greifen spanische Botschaft
Diese Aufnahme entstand kurz nach der Attacke in der Nähe der Botschaft. FOTO: ap
Kabul. Drei Tage nach dem Sturm auf den Flughafen Kandahar haben Taliban-Kämpfer im Zentrum der afghanischen Hauptstadt Kabul die spanische Botschaft angegriffen. Das Außenministerium in Madrid bestätigte am Freitagabend, dass der Angriff der Botschaft galt.

Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid teilte über Twitter mit: "Selbstmordattentäter sind in ein Gästehaus ausländischer Besatzer eingedrungen." Das zentrale Kabuler Viertel Scherpur war am Abend zunächst von einer schweren Explosion erschüttert worden. Der Sprecher des Innenministeriums, Sedik Sedikki, sagte: "Ich kann bestätigen, dass ein Gästehaus von Ausländern in der Gegend Scherpur in Kabul mit einer Autobombe angegriffen wurde. Bislang kennen wir die Anzahl der Opfer nicht." Afghanische Spezialkräfte seien in der Gegend.

Anwohner berichteten von Schusswechseln nach der Autobombe. Die spanische Botschaft arbeitet in Scherpur in mehreren Gebäuden, von denen einige auch als Gästehäuser dienen.

Das Emergency-Hospital, ein Krankenhaus am Rande Scherpurs, teilte über Twitter mit, dort seien sieben verletzte Afghanen aufgenommen worden. Mehrere internationale Organisationen haben Gästehäuser in Scherpur. Auch viele hochrangige afghanische Politiker leben in dem wohlhabenden Viertel. Anwohner berichteten, das Viertel sei nach der Detonation abgeriegelt worden.

Erst am Dienstagabend hatten Taliban-Kämpfer den Flughafen der südafghanischen Stadt Kandahar angegriffen. Bei den 27-stündigen Gefechten waren mindestens 61 Menschen getötet worden, darunter auch die elf Angreifer.

Nach dem Angriff hatte der Chef des afghanischen Geheimdienstes NDS, Rahmatullah Nabil, am Donnerstag seinen Rücktritt eingereicht. Nabil, der den NDS seit dem Jahr 2010 führte, war bereits nach der verübergehenden Eroberung von Kundus durch die Taliban scharf für das Versagen des Geheimdienstes kritisiert worden.

(dpa)
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