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USA und Russland arbeiten zusammen
Kanada beendet Kampfeinsatz in Syrien

Washington/Moskau . Während Kanada den Kampfeinsatz in Syrien beenden wird, haben sich die USA und Russland mit einem schriftlichen Memorandum auf direkte militärische Absprachen geeinigt, um Zwischenfälle im Luftraum über Syrien zu vermeiden.

Teil des Papiers sei die Einigung auf einen "sicheren Abstand" zwischen Flugzeugen und Drohnen, sagte Pentagonsprecher Peter Cook am Dienstag in Washington. Konkrete Entfernungen nannte er nicht. Das russische Verteidigungsministerium sprach von einem "wichtigen Schritt".

Eine von den USA geführte Koalition fliegt seit 2014 in Syrien Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Seit Ende September beschießen auch russische Kampfflugzeuge Ziele in dem Bürgerkriegsland - außerhalb der internationalen Koalition und wie Kritiker bemängeln nicht ausschließlich gegen den IS gerichtet.

Der US-geführten Allianz steht derweil ein Aderlass bevor. Der designierte kanadische Premierminister Justin Trudeau kündigte an, ein Wahlkampfversprechen umzusetzen und Kanadas Kampfflugzeuge aus der Region abzuziehen. Einen Zeitpunkt nannte er nicht. Trudeau betonte zugleich, sein Land werde sich weiter am Anti-IS-Kampf beteiligen. Kanada steuerte bislang einige CF-18 Hornet-Bomber bei.

Der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Cook, sagte zu dem Memorandum mit Russland, für den Fall, dass Piloten in der Luft nicht direkt miteinander sprechen könnten, gebe es am Boden einen weiteren Kommunikationskanal. Das Dokument sei auf Bitten der Russen nicht veröffentlicht worden.

Der russische Generalmajor Igor Konaschenkow sagte in Moskau, der Text sei "präzise abgestimmt" worden. "Wir hoffen, dass dieses Dokument für die Luftstreitkräfte aller Länder der Anti-IS-Koalition gelten wird. Die USA haben sich verpflichtet, die Regeln an alle ihre Partner weiterzugeben, die in Syrien operieren", meinte der Offizier nach Angaben der Agentur Interfax.

Cook zufolge gab es bislang eine "Handvoll" Fälle im Luftraum über Syrien, die Washington als unsicher einstufte. CNN berichtete unter Berufung auf anonyme Quellen im Pentagon, dass ein russischer Kampfjet sich einem US-Flugzeug auf 150 Meter genähert habe. In einem weiteren Fall habe die Entfernung einer russischen Maschine zu zwei US-Maschinen weniger als 500 Meter betragen.

Die russischen Luftangriffe und eine davon profitierende Bodenoffensive des syrischen Regimes haben im Norden des Landes eine neue Massenflucht ausgelöst. Etwa 35 000 Menschen hätten ihre Heimatorte südlich der Stadt Aleppo verlassen, sagte eine Sprecherin des UN-Büros zur Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) am Dienstag.
Die Armee und ihre Verbündeten hatten vor einigen Tagen mit russischer Unterstützung einen Großangriff auf Rebellengebiete südlich von Aleppo begonnen.

Regimegegner berichteten von dramatischen Zuständen. "Die Menschen schlafen mit ihren Kindern seit zwei Tagen unter freiem Himmel", sagte der Aktivist Firas al-Halabi. Ihnen fehle das Nötigste. "Sie haben ihre Häuser nur mit ihren Kleidern am Leib verlassen." Saidun al-Soabi, Leiter einer oppositionellen Hilfsorganisation, bezifferte die Zahl der Flüchtlinge sogar auf 70 000 bis 100 000. "Das ist eine humanitäre Katastrophe", sagte er. Viele Flüchtlinge des syrischen Bürgerkrieges haben sich auf den Weg nach Westeuropa gemacht.

Kanada zieht ab

Derweil will Kanada seine Luftangriffe gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien und im Irak beenden. Liberalen-Chef Justin Trudeau, dessen Partei bei der Parlamentswahl am Montag die absolute Mehrheit geholt hatte, informierte US-Präsident Barack Obama nach eigenen Angaben am Dienstag in einem Telefonat über die Entscheidung. Kanada werde zwar ein "starkes Mitglied" der US-geführten Koalition gegen den IS bleiben, sagte Trudeau vor Journalisten. Er habe Obama aber darüber informiert, dass der "Kampfeinsatz" beendet werde.

Der IS kontrolliert seit dem Sommer vergangenen Jahres große Gebiete im Irak und in Syrien. Eine internationale Koalition unter Führung der USA begann im August 2014, mit Luftangriffen gegen IS-Stellungen im Irak vorzugehen. Einen Monat später wurden die Einsätze auf IS-Ziele in Syrien ausgeweitet. Kanada gehört der Koalition seit November an und schickte CF-18-Kampfflieger sowie rund 70 Spezialkräfte zur Ausbildung kurdischer Kämpfer im Nordirak in die Region.

Trudeau hatte im Wahlkampf versprochen, den Kampfeinsatz der Kanadier zu beenden.

(felt/dpa/AFP)
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