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CO2-Emissionen: Kanada schraubt Klimaziele drastisch herunter

zuletzt aktualisiert: 05.06.2010 - 08:52

Montréal (RPO). Kanadas Regierung hat ihre Klimaziele drastisch heruntergeschraubt. Für das Jahr 2010 sollen die CO2-Emissionen nur noch um fünf Millionen Tonnen gesenkt werden - nicht, wie geplant, um 52 Millionen Tonnen.

Geophysiker wollen verstehen, was in den kommenden Jahrzehnten mit dem Antarktischen Ozean passiert, wenn der Treibhauseffekt zunimmt.  Foto: ddp, ddp
Geophysiker wollen verstehen, was in den kommenden Jahrzehnten mit dem Antarktischen Ozean passiert, wenn der Treibhauseffekt zunimmt. Foto: ddp, ddp

Im Parlament von Ottawa entzündete sich am Freitag heftiger Protest an dem vom Umweltministerium zwei Tage zuvor diskret verbreiteten Beschluss. Demnach sieht die Regierung für das Jahr 2010 nur noch eine Reduzierung der CO2-Emissionen um fünf Millionen Tonnen vor - vor einem Jahr sollten es noch 52 Millionen Tonnen sein.

Auch für die Jahre 2011 und 2012 gibt die konservative Regierung von Premierminister Stephen Harper mit acht und zehn Millionen Tonnen bei weitem geringere Ziele an als bisher (64 und 74 Millionen Tonnen).

Harper hatte das von der liberalen Vorgängerregierung mit ausgehandelte Kyoto-Protokoll zur Senkung der klimaschädlichen Treibhausgase zurückgewiesen. Ziele, wie sie etwa die Europäer festlegten, seien für die kanadische Wirtschaft und die Arbeitsplätze in Kanada von großem Nachteil, heißt es von Seiten der Regierung.

Das Kyoto-Protokoll sah für Kanada eine Reduzierung der CO2-Emissionen bis 2012 um sechs Prozent gegenüber 1990 vor. Die Regierung Harper will nun eine Reduzierung um 17 Prozent bis 2020 erreichen - aber nur gegenüber dem Stand von 2005. Damit passt sich Kanada an die von den USA eingeschlagene Marschroute an.

Der Oppositionspolitiker Bernard Bigras vom Bloc Québécois sagte, Kanada werde somit zu einem "Umweltverbrecher". Es sei nun klar, warum die Regierung um jeden Preis verhindern wolle, dass bei den anstehenden G-8- und G-20-Gipfeln in Toronto über den Klimawandel debattiert werde.

Quelle: AFP/jre

 
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