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Folter: Kanada setzt USA und Israel auf Schwarze Liste

zuletzt aktualisiert: 18.01.2008 - 07:31

Ottawa (RPO). Kanada hat seine Liste von Staaten, in denen Gefangenen Folter droht, ausgerechnet mit den Verbündeten USA und Israel erweitert. Wie der kanadische Fernsehsender CTV am Donnerstag berichtete, existiert ein Lehrgangs-Dokument mit entsprechenden Hinweisen im Außenministerium in Ottawa.

Die USA und Israel werden demnach neben ihren Erzfeinden Syrien und Iran als Staaten erwähnt, in denen ein großes Risiko besteht, im Gefängnis gefoltert zu werden. Auch China und Afghanistan werden in dem Dokument als Folter-Staaten aufgelistet. Ein Sprecher des kanadischen Außenministeriums, Neil Hrab, erklärte auf Anfrage, das Lehrgangsmaterial sei "kein politisches Dokument"; es spiegele "nicht die Meinung oder die Politik der derzeitigen Regierung wider".

Das Dokument wird laut CTV in Kursen für Diplomaten verwendet, die in ausländische Gefängnisse geschickt werden könnten und die daher für mögliche Folter-Fälle sensibilisiert werden sollen. Der Text beschreibt den Angaben zufolge "amerikanische Verhörmethoden", die den "Zwang zur Nacktheit, Isolation und Schlafentzug" beinhalten. Als Beispiel wird das US-Gefangenenlanger Guantanamo auf Kuba genannt.

In Guantanamo wird der junge Kanadier Omar Khadr gefangen gehalten, der als 15-Jähriger in Afghanistan eine Granate auf einen US-Soldaten geworfen haben soll. Der Militäranwalt des heute 21-Jährigen, Bill Kuebler, sagte in einem Interview von CTV, er sei erstaunt, dass sich die kanadischen Behörden nicht für Khadr einsetzten, wenn sie von Folter in Guantanamo ausgingen. Andere westliche Staaten hätten die Freilassung ihrer Guantanamo-Häftlinge erreicht, betonte er.

Die Sensibiliserung kanadischer Diplomaten für Folter dürfte mit dem Fall des syrischstämmigen Kanadiers Maher Arar zusammenhängen. Dieser war 2002 aufgrund falscher Behördenangaben in den USA festgenommen und nach Syrien ausgeliefert worden, wo er ein Jahr lang im Gefängnis saß und nach eigenen Angaben gefoltert wurde. Eine Untersuchungskommission sprach Arar 2006 vom Vorwurf des Terrorismus frei. Die kanadische Regierung entschuldigte sich und zahlte eine Millionensumme als Schadenersatz.

Quelle: afp

 
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