Geheimdienst äußert sich nicht: Karsai-Bruder dementiert Beziehungen zur CIA
zuletzt aktualisiert: 28.10.2009 - 19:05Kabul (RPO). Der Bruder des afghanischen Präsidenten Hamid Karsai hat am Mittwoch einen amerikanischen Zeitungsbericht zurückgewiesen, er erhalte seit acht Jahren Geld vom US-Geheimdienst CIA. Diese Meldung sei "absolut lächerlich", sagte Ahmed Wali Karsai. Die CIA wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.
Die "New York Times" hatte berichtet, Karsai habe für die CIA etliche Dienste geleistet, unter anderem bei der Rekrutierung einer paramilitärischen Einheit, die unter Befehl des Geheimdienstes in und um die Talibanhochburg Kandahar operiert.
"Ich arbeite mit Amerikanern, Kanadiern, Briten und jedem zusammen, der mich um Hilfe bittet", sagte er der Nachrichtenagentur AP. Die CIA kümmere sich selbst um die Anwerbung von Mitarbeitern, und er wisse auch nicht, woher sie ihre Rekruten bekämen.
Der Zeitung zufolge haben die Verbindungen der CIA zu Ahmed Wali Karsai, der als wichtiger Drahtzieher im verbotenen Opiumhandel gilt, innerhalb der amerikanischen Regierung zu einem scharfen Streit geführt. Anschuldigungen, dass der Präsidentenbruder im Drogenhandel eine zentrale Rolle spielt, kursieren seit Monaten in Kabul. Karsai bestreitet dies. Die Praktiken der CIA deuten an, dass die USA nicht alles in ihrer Macht Stehende tun, um den lukrativen Drogenhandel in Afghanistan auszumerzen, der wiederum eine Hauptfinanzquelle der radikalislamischen Taliban ist.
Unter Berufung auf amerikanische Regierungsmitarbeiter berichtete die Zeitung weiter, Karsai helfe der CIA, eine paramilitärische Gruppe namens Kandahar Strike Force zu führen, die für Angriffe gegen mutmaßliche Aufständische und Terroristen herangezogen werde. Karsai werde außerdem dafür bezahlt, dass er der CIA und den US-Spezialkräften erlaubt habe, ein großes Grundstück außerhalb von Kandahar anzumieten, das außerdem die Basis für die Kandahar Strike Force sein soll. Karsai habe zudem der CIA geholfen, mit Anhängern der Taliban in Verbindung zu treten und einige sogar zu treffen.
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