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Birma: Kein Ende der Verhaftungen in Sicht

zuletzt aktualisiert: 10.10.2007 - 13:47

Rangun (RPO). Neuer Tag, altes Bild in Birma. Auch am Mittwoch ist die Verhaftungswelle seitens der Militärregierung nicht abgeebbt. Mindestens sieben Menschen wurden in der Hauptstadt Rangun binnen zwei Tagen aufgegriffen, berichtete die in Thailand ansässige Gefangenenhilfsorganisation Assistance Association for Political Prisoners (AAPP).

Während eines Verhörs sei ein Mitglied der Nationalen Liga für Demokratie (NLD) von Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gestorben.

Die Behörden hätten die Angehörigen von Win Shwe in den vergangenen Tagen über dessen Tod informiert, erklärte die AAPP, die sich für politische Häftlinge einsetzt. Der 42-Jährige war zusammen mit fünf weiteren Aktivisten am 26. September festgenommen worden. Seine Leiche sei bereits eingeäschert worden, hieß es.

Sicherheitskräfte bedrohten Angehörige und Nachbarn von Dissidenten, um den Aufenthaltsort von Teilnehmern der Proteste gegen die Junta herauszufinden, erklärte die AAPP weiter. Ein Taxifahrer in Rangun berichtete, Polizei und Streitkräfte würden nachts genau die Klöster überwachen, außerdem würden alle Männer beobachtet, die abends auf den Straßen unterwegs seien.

An der Oberfläche wirke die Lage zwar ruhig, "wie in jedem anderen friedlichen Land", berichtete ein mexikanischer Pressefotograf, der am Dienstag aus Rangun abgereist war. Ein Dissident habe ihm jedoch gesagt, dass die Repressionen der Junta möglicherweise schlimmer würde, sobald alle ausländischen Journalisten das Land verlassen hätten, sagte Bernardo Deniz.

Die USA bereiten unterdessen eine neue UN-Entschließung zur Verurteilung der Militärregierung in Birma vor. Am Dienstag kursierte am UN-Sitz in New York ein amerikanischer Resolutionsentwurf, in dem die "Unterdrückung friedlicher Demonstrationen" und "die Anwendung von Gewalt gegen religiöse Personen und Institutionen" scharf verurteilt wird. Der Entwurf ruft die birmanische Regierung vor, alle "Unterdrückungsmaßnahmen", darunter die Festnahme von Demonstranten, zu beenden.

Während sich viele westliche Staaten für Sanktionen gegen Birma ausgesprochen haben, hat die UN-Vetomacht China einen solchen Schritt bislang zurückgewiesen. Auch Russland lehnt Sanktionen ab und bezeichnete das Vorgehen der Junta gegen die Demonstrationen als interne Angelegenheit.

Quelle: ap

 
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