Türkei wehrt sich gegen Rasmussen: Keine Einigung auf neuen Nato-Generalsekretär
zuletzt aktualisiert: 04.04.2009 - 08:18Baden-Baden (RPO). Die Nachfolge von Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer bleibt weiter offen. Die 28 Staats- und Regierungschefs der Allianz konnten sich am Freitag in Baden-Baden noch nicht auf die Personalie einigen.
Das teilte Nato-Sprecher James Appathurai am Abend mit. Die Diskussion soll am Samstag fortgesetzt werden. Appathurai sagte, es habe kein Druck bestanden, noch am Freitag zu einer Einigung zu kommen. Man werde sich die Zeit nehmen, die dafür gebraucht werde. Die Amtszeit des derzeitigen Generalsekretärs de Hoop Scheffer endet am 31. Juli.
Vor allem die Türkei hatte Vorbehalte angemeldet, die in dem von den meisten Nato-Mitgliedern favorisierten dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen wegen dessen scharfer Haltung im Streit um die dänischen Mohammed-Karikaturen keinen geeigneten Dialog-Partner zur islamischen Welt sah.
Trotz der Vorbehalte schien eine rasche Einigung auf dem Nato-Gipfel möglich. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hatte am Abend betonte, die Einigungsbemühungen seien "sehr weit" gediehen. Die Nato will am Samstag den Startschuss für das neue strategische Konzept geben und damit den kommenden Generalsekretär beauftragen.
Der Nato-Sprecher wies darauf hin, dass der Nato-Gipfel auf zwei Tage angelegt sei. Beim Arbeitsessen am Freitagabend sei aber der Wunsch deutlich geworden, noch keine Entscheidung zu treffen. Nicht bestätigen wollte Appathurai, dass nur die Türkei sich zuletzt noch gesperrt habe. Das sei nicht die Arbeitsweise der auf Konsens angelegten Nato. Auch wollte der Sprecher nicht sagen, ob es andere Kandidaten für den Posten gebe, der traditionell von den Europäern im Bündnis gestellt wird.
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