Gegen Plünderungen: Kirgisien - Das Volk sorgt selbst für Ordnung
zuletzt aktualisiert: 26.03.2005 - 09:49Bischkek (rpo). Bei neuerlichen Unruhen in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek sind in der Nacht zum Samstag offenbar mehrere Menschen ums Leben gekommen. Dennoch gibt es gute Nachrichten: Immer mehr Freiwillige verteidigen Geschäfte und Büros gegen Plünderer und wollen der Polizei helfen.
Bei bewaffneten Auseinandersetzungen mit der Polizei seien allerdings drei Plünderer getötet worden, sagte der Führer der kirgisischen Jugendbewegung, Iskander Schamschijew. Seine Gruppe habe der Polizei in der Nacht dabei geholfen, für Ruhe zu sorgen.
Der Korrespondent des russischen Staatsfernsehens in Bischkek sogar von sechs Toten. 60 Menschen seien bei den Unruhen verletzt worden. In der Nacht waren Schüsse und Sirenen zu hören gewesen, Hunderte von Randalierern zogen in Gruppen durch die Straßen und warfen Steine auf Autos.
Anders als in der Nacht zum Freitag traten ihnen dieses Mal aber Polizisten und Freiwillige entgegen. Viele Geschäfte und Büros wurden von jungen Männern mit Knüppeln bewacht. Allein vor dem Kaufhaus TsUM standen rund 100 Personen Wache.
Die bisherige kirgisische Regierung war am Donnerstag nach heftigen Protesten gegen die Parlamentswahl gestürzt worden. Am Freitag bestimmte das wieder eingesetzte frühere Parlament den Oppositionsführer Kurmanbek Bakijew zum Übergangspräsidenten und amtierenden Regierungschef.
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