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Asyl für Akajew: Kirgisien will am 26. Juni neuen Präsidenten wählen

zuletzt aktualisiert: 26.03.2005 - 18:54

Bischkek (rpo). In Kirgisien wird am 26. Juni ein Nachfolger des gestürzten Präsidenten Askar Akajew gewählt. Das beschloss das Parlament am Samstag. Unklar ist, ob am gleichen Tag auch ein neues Parlament gewählt werden soll. Neuerliche Unruhen in der Hauptstadt Bischkek hatten in der Nacht mindestens drei Menschen das Leben gekostet.

Polizisten hätten drei Plünderer erschossen, sagte der Führer der kirgisischen Jugendbewegung, Iskander Schamschijew. Der Korrespondent des russischen Staatsfernsehens sprach sogar von sechs Toten. In der Nacht waren Schüsse und Sirenen in Bischkek zu hören, Hunderte Randalierer zogen in Gruppen durch die Straßen und warfen Steine auf Autos. Anders als in der Nacht zum Freitag traten ihnen dieses Mal aber Polizisten und Freiwillige entgegen. Viele Geschäfte und Büros wurden von jungen Männern mit Knüppeln bewacht. Allein vor dem Kaufhaus TsUM standen rund 100 Menschen Wache. Ein Sprecher des Innenministerium bezeichnete die Lage als normal. "Wir haben die Menschen beruhigt", sagte er.

Die russische Regierung gewährte dem gestürzten kirgisischen Präsidenten Askar Akajew indes Asyl. Damit habe Russland einer Bitte Akajews entsprochen, teilte der Kreml am Samstag laut Nachrichtenagentur Interfax mit. Die kirgisische Opposition hatte am Donnerstag nach wochenlangen Protesten innerhalb weniger Stunden die Macht in Bischkek an sich gerissen. Akajew setzte sich daraufhin ab. Russische Medien berichteten unter Berufung auf "informierte Kreise in Moskau", Akajew sei in der vergangenen Nacht mit einem Flugzeug in Russland gelandet. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte Akajew am Freitag angeboten, in seinem Land Zuflucht zu suchen.

Am Freitag bestimmte das wieder eingesetzte frühere Parlament den Oppositionsführer Kurmanbek Bakijew zum Übergangspräsidenten und amtierenden Regierungschef. Dessen Legitimität ist jedoch weiter unklar, da Akajew in einer Stellungnahme betonte, er sei nicht zurückgetreten. Am Samstag rangen zwei gewählte Parlamente um die Amtsgewalt. Im Parlamentsgebäude trafen sich in einem Raum die Abgeordneten, die schon vor der umstrittenen Wahl im Amt waren, und die neu gewählten in einem anderen.

Der Oberste Gerichtshof des Landes hatte die jüngsten Wahlen für ungültig erklärt, die Gewinner zweifelten dennoch an der Autorität des alten Parlaments. "Wir sind der Meinung, dass wir die legitimen Abgeordneten sind, weil das Volk uns gewählt hat", sagte der Abgeordnete Roman Schin. Die abgewählten Volksvertreter wollten die Macht nicht abgeben.

Akajew erklärte in seiner Stellungnahme, in Kirgisien haben ein verfassungswidriger Putsch stattgefunden. Gegen den Rat seiner Vertrauten habe er jedoch Anweisungen gegeben, den Aufstand nicht mit Gewalt niederzuschlagen. Das Land habe er verlassen, um ein Blutvergießen zu vermeiden.

Quelle: ap

 
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