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Reporterin darf nicht mehr berichten
Kitty Logan soll zum Krieg angestiftet haben

Kitty Logan soll zum Krieg angestiftet haben
Die Journalistin Kitty Logan darf nicht mehr aus der Ukraine berichten. FOTO: Litty Logan Twitter
Düsseldorf. Die britische Reporterin Kitty Logan hat wegen eines Facebook-Eintrages ihre Akkreditierung für die Ukraine verloren. Die Behörden werfen ihr vor, prorussische Separatisten zu einem Angriff auf ukrainische Soldaten angestiftet zu haben. Von Sebastian Bergmann

Logan berichtete in dem sozialen Netzwerk von einer Recherche in der Nähe der Stadt Donezk im Osten der Ukraine. Nach langer Suche sei sie auf prorussische Separatisten gestoßen.

Im Glauben, nur ihre Freunde könnten den Eintrag sehen, schrieb sie: "Der Kommandant der Separatisten fragte mich, ob er auf sie schießen sollte, damit ich was zu filmen habe." Weiter habe ihr der Separatist versichert, dass er das Feuer als Vergeltung für einen vorherigen Angriff ohnehin eröffnen müsse.

Angesichts des nahenden Redaktionsschlusses - so schreibt Logan - habe sie sich nach kurzem Zögern gedacht: "Ach, okay, warum nicht?" Beide Seiten hätten sich daraufhin mit Raketen und Mörsern beschossen.

Der Filmbeitrag Logans über die Kämpfe wurde am 30. Juni im englischsprachigen Programm der Deutschen Welle gezeigt. Der britische "Examiner" zeigt einen Screenshot des umstrittenen Facebook-Eintrags der Joiurnalistin, der inzwischen gelöscht ist.

Nach eigenen Angaben der Britin, die seit vielen Jahren unter anderem aus Kriegsgebieten in Afghanistan, Libyen und Pakistan berichtet, sei ihr Kommentar auf Facebook "aus dem Zusammenhang gerissen". Nie habe sie jemanden gebeten zu schießen, versicherte sie bei Twitter.

Bis die Situation mit den ukrainischen Behörden endgültig geklärt ist, will der Fernsehsender die Zusammenarbeit mit der Reporterin ruhen lassen. Bei der Regierung in Kiew hat sich Logan wegen der "unglücklichen Formulierung" auf Facebook bereits entschuldigt.

Unweit der Hafenstadt Mariupol fanden nach Angaben der ukrainischen Regierung gestern die heftigsten Angriffe durch prorussische Rebellen auf ukrainische Regierungstruppen seit der Mitte Februar vereinbarten Waffenruhe statt.

Quelle: RP
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