Südamerika-Reise von Horst Köhler: Köhlers jüngstes Delegationsmitglied
VON STEFAN REKER - zuletzt aktualisiert: 14.03.2007 - 19:24Bogotá (RP). Sie ist das jüngste Delegationsmitglied auf der Südamerikareise von Bundespräsident Horst Köhler. Die Gymnasiastin Miriam Brüser (18) aus Essen engagiert sich zuhause für das kirchliche Hilfswerk Adveniat und wurde deshalb von Weihbischof Franz Grave vorgeschlagen, als das Präsidialamt um Vorschläge für Köhlers Gästeliste bat.
Drei von insgesamt neun offiziellen Gästen Köhlers sind Jugendliche mit Lateinamerika-Engagement, neben Abgeordneten, Verfassungsrichtern und Unternehmern.
„Links Elendsviertel, rechts luxuriöse Hochhäuser“ - Miriam Brüser ist von den brutalen Kontrasten in Südamerikas Großstädten sichtlich bewegt. Sie hat sich gründlich auf diese Reise vorbereitet und viele Berichte erfahrener Adveniat-Mitarbeiter gehört, aber die eigene Anschauung „ist doch etwas anderes“. Im Stundentakt erst zu erleben, mit welcher Freude sich die Kinder in einem Slum auf die Teller mit ein Paar Nudeln stürzen, die sie beim Besuch von Eva Luise Köhler in einem Sozialprojekt erhalten, und wenig später an einem Empfang teilzunehmen, bei dem befrackte Kellner ununterbrochen übervolle Tabletts mit Köstlichkeiten herumreichen, das macht ihr schon zu schaffen. „Bei dem Empfang des Bundespräsidenten dachte ich plötzlich: Was wäre wohl, wenn die Kinder von eben diese Szenen hier sehen würden...“
Weil sie Spanisch spricht, konnte Brüser auch direkten Kontakt zu den Kindern und Jugendlichen knüpfen, deren Waisenheime und Schulen die deutsche Delegation besuchte. In den Gesprächen stellte sie fest, wie froh und dankbar die Kinder sind, dass sie etwas lernen dürfen – während in Deutschland etliche Schüler eine „Kein-Bock-Haltung“ an den Tag legten.
Brüser lernte die Essener Adveniat-Zentrale 2004 bei einem Betriebs-Praktikum kennen und hilft seither ehrenamtlich dort mit. „Die Arbeit bei Adveniat bekommt für mich durch diese Reise ein viel konkreteres Gesicht.“ Ihre Faszination für Lateinamerika und die spanische Sprache hat sich auf der Südamerikareise noch verstärkt. Sie besucht die 12. Klasse des katholischen Mädchengymnasiums, das in Essen unter dem Kürzel BMV bekannt ist (für: „Beatae Mariae Virgine“ - Der glücklichen Jungfrau Maria). Nach dem Abitur will Miriam Brüser zunächst auf weiteren Reisen die Welt kennenlernen und vielleicht für längere Zeit nach Bolivien gehen, wo ihre Schule ein Hilfsprojekt unterstützt.
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