Providing |  RP Shop |  PremiumCard |  RP Reise
           
  Newsletter |  RSS |  Mobil |  Apps
Rheinische Post Abo & Service | Anzeigen | ePaper | Schulprojekte  
 
       
 
  Gast
France Hollande
  Foto: dapd, Thibault Camus
Kommentare ()

Kommentar: König Hollande steht nackt da

VON SYLVIE STEPHAN - zuletzt aktualisiert: 30.12.2012 - 21:28

Sieben Monate nach seinem Wahlsieg muss Frankreichs Präsident sein Lieblingsprojekt, die Superbesteuerung der Reichen, vorläufig begraben.

Der Verfassungsrat hat die symbolträchtigste Maßnahme seines Regierungsprogramms gekippt: die 75-Prozent-Steuer für Superreiche. Eine schwere und persönliche Schlappe für den französischen Präsidenten.

Mit dem Versprechen, er werde ab kommendem Jahr Einkünfte von über einer Million Euro pro Jahr mit der neuen Sondersteuer belegen, hatte der Sozialist im Präsidentschaftswahlkampf ein öffentlichkeitswirksames Thema gesetzt und etliche Linkswähler auf seine Seite gezogen.

„Leider hat sich der geniale Coup des Spitzenkandidaten in eine Kröte für den Präsidenten verwandelt“, kommentierte ein sozialistischer Abgeordneter nach der Verfassungsrat-Entscheidung.

Das Gesetz hat die Hürde der Verfassungsmäßigkeit nicht überstanden. Das ist schwach, zumal der Präsident und seine sozialistische Regierung schon zahlreiche Wahlkampfversprechen beerdigen mussten.

Hollande kündigt nun ein neues Gesetz mit ähnlicher Stoßrichtung an, doch es bleibt dabei: Haushaltspolitisch macht die „Krösus“-Steuer keinen Sinn.

Nur wenige Hundert Millionen Euro würde sie in die Kasse spülen. Trotz der Aufregung um die Steuerflucht von Schauspielstar Gérard Depardieu wäre nur ein kleiner Bruchteil der Franzosen betroffen gewesen, die im Schnitt 150 000 Euro pro Jahr zusätzlich hätten zahlen müssen.

Viel Wind also um eine Steuer, die unter dem Strich nicht viel einbringt.

Die Entscheidung des Verfassungsrats trifft Hollande zu einem Zeitpunkt, da er in der Beliebtheitsskala ohnehin schwächelt. Sein Lieblingskind könnte ihn teuer zu stehen kommen.

Quelle: RP/pst
Mehr zu den Themen dieses Artikels


Jetzt weiterlesen und die Rheinische Post testen.

 
Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung. Beachten Sie
dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.

       
Anzeige:

Aktuell bei RP Online
Norbert Röttgen kann bis 2021 warten

Comeback in der Nach-Merkel-Ära?

Norbert Röttgen kann bis 2021 warten

Mit Bescheidenheit und neuen Themen bereitet der geschasste Bundesumweltminister das Comeback für die Nach-Merkel-Ära vor. mehr 

Organspender dringend gesucht

Nach Skandal um Manipulationen

Organspender dringend gesucht

NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens setztm mit Blick auf die rückläufigen Organspendezahlen auf den Aktionstag am 1. Juni. mehr 

Videos

Video

Vorgestellt: Nashorn Kibibi aus dem Krefelder Zoo

Kibibi ist zwei Jahre alt und lebt im Krefelder Zoo. Doch lange kann sie dort nicht mehr bleiben, denn ihre Mutter ist erneut schwanger. ... mehr 

Robben kann seinen Treffer noch nicht fassen

Klopp gratuliert Heynckes und seinen Münchnern zum gewonnenen Champions League-Finale mehr 

Proteste gegen Sparpolitik

Tausende Portugiesen fordern Rücktritt ihrer Regierung

Tausende Portugiesen haben am Samstag gegen die Sparpolitik ihrer Regierung protestiert und deren Rücktritt gefordert. "Gegen Ausbeutung und Verarmung", "Eine andere Politik", "Raus mit der Regierung" skandierten die Demonstranten in der Hauptstadt ... mehr

 
 

US-Verteidigungsminister zu Übergiffen im Militär

Hagel sagt sexueller Gewalt den Kampf an

 

Muslimische Minderheit betroffen

Birma: Höchstens zwei Kinder pro Familie

 
 

Friedensprozess im Nahen Osten

Kerry fordert "harte Entscheidungen"

Top-Services
 
Jetzt Fan werden!

Werden Sie jetzt Facebook-Fan von RP ONLINE und verpassen Sie keine News mehr.

Jetzt Facebook-Fan werden von RP ONLINE