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Streit um Freilassung von Geisel
Kolumbien verschiebt Friedensgespräche mit ELN

Kolumbianer verschieben Friedensverhandlung mit ELN
Der kolumbianische Vermittler Juan Camilo Restrepo verkündet in Bogotás Präsidentenpalast, dass die Verhandlungen verschoben werden bis Geisel Sanchez frei ist. FOTO: afp, gls
Bogotá. Kolumbien hat den Beginn von Friedensverhandlungen mit den Guerillas in letzter Minute verschoben. Zuerste müsse Ex-Abgeordneter Odín Sánchez frei gelassen werden.

In Ecuadors Hauptstadt Quito hatten wenige Stunden später die Friedensgespräche beginnen sollen. Doch Präsident Juan Manuel Santos verschob sie mit der Begründung, die Guerillagruppe Nationales Befreiungsheer (ELN) müsse zuerst wie vereinbart Geisel Sánchez frei lassen.

Innenminister Juan Fernando Cristo sagte vor Journalisten, die Verhandlungen könnten "morgen, Samstag oder irgendwann beginnen" - vorausgesetzt Sánchez sei frei. Dieser hatte sich im April gegen seinen von der ELN verschleppten kranken Bruder Patrocinio austauschen lassen. Der ehemalige Gouverneur befand sich drei Jahre in Gefangenschaft der ELN.

Vorbereitung zur Geiselbefreiung

Regierungsunterhändler Juan Camilo Restrepo sagte kurz nach der Rede von Santos, mittlerweile hätten die Vorbereitungen zur Befreiung der Geisel begonnen. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und die katholische Kirche seien daran beteiligt. Der ELN-Chefunterhändler Pablo Beltran teilte über den Kurznachrichtendienst Twitter mit, dass seine Seite "alles, was vereinbart wurde, erfüllen" werde.

Nach dem Friedensschluss mit den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc) will die kolumbianische Regierung auch den Konflikt mit der zweitgrößten Guerillagruppe des Landes beenden. Für seinen Einsatz für eine Beendigung des Konflikts mit der Farc wird Santos in diesem Jahr mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Die Verhandlungen mit der Farc in Kuba hatten vier Jahre gedauert, im September wurde der Friedensvertrag unterzeichnet.

Allerdings lehnte die Bevölkerung das Abkommen in einem Referendum ab, inzwischen haben Verhandlungen für eine Überarbeitung des Vertrags begonnen. Die ELN hatte ebenso wie die Farc 1964 ihren Kampf gegen die kolumbianische Regierung, Großgrundbesitzer und rechte Paramilitärs begonnen.

(jj/AFP)
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