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Litauen: Konservative Vaterlandsunion wird stärkste Partei

zuletzt aktualisiert: 13.10.2008 - 07:18

Vilnius (RPO). Die konservative Vaterlandsunion in Litauen hat die Parlamentswahl gewonnen und steht nun vor schwierigen Koalitionsverhandlungen. "Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und erwarten den Auftrag des Präsidenten zur Bildung eines neuen Kabinetts", sagte Parteichef Andrius Kubilius vor jubelnden Anhängern in der Hauptstadt Vilnius.

Die konservative Vaterlandsunion in Litauen hat die Parlamentswahl gewonnen.  Foto: AFP, AFP
Die konservative Vaterlandsunion in Litauen hat die Parlamentswahl gewonnen. Foto: AFP, AFP

Nach Auszählung von drei Viertel der Stimmen kam die Vaterlandsunion auf knapp 18 Prozent. Die Partei Für Ordnung und Gerechtigkeit, geführt von Expräsident Rolands Paksas, kam auf 13,4 Prozent. Danach folgten die Sozialdemokratische Partei des bisherigen Ministerpräsidenten Gediminas Kirkilas mit 12,2 Prozent und die Arbeitspartei mit 10.0 Prozent. Die vier bisherigen Koalitionspartner der Sozialdemokraten scheiterten alle an der Fünf-Prozent-Hürde.

Paksas und Viktor Uspaskich von der Arbeitspartei könnten zusammen den Kern einer zentristischen Koalition bilden, die auf mehr Eigenständigkeit gegenüber der EU bedacht ist und bessere Beziehungen zu Russland anstreben könnte. Allerdings ist die endgültige Sitzverteilung im Parlament noch unklar. In Litauen werden lediglich 70 der 141 Sitze im Seimas nach Parteilisten vergeben, die übrigen 71 nach dem Mehrheitswahlrecht in den Wahlkreisen. Wenn dort kein Kandidat mehr als 50 Prozent der Stimmen erreichte, wird am 26. Oktober eine Stichwahl erforderlich.

Parallel zur Parlamentswahl gab es ein Referendum über die Laufzeit des Atomkraftwerks Ignalina. In Umfragen vor der Abstimmung hatten sich 70 Prozent dafür ausgesprochen, die für Dezember 2009 geplante Abschaltung zu verschieben. Die Europäische Union hat sich besorgt über die Sicherheit der Anlage geäußert, deren Reaktoren nach dem Modell des Katastrophenkraftwerks Tschernobyl gebaut wurden. Ob das Referendum gültig ist, hängt von der Beteiligung der Wähler ab, die zunächst noch unklar war.

Quelle: ap

 
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