Polizei nimmt Demonstranten fest: Krawalle bei G-20-Gipfel
zuletzt aktualisiert: 25.09.2009 - 07:45Pittsburgh (RPO). Straßenblockaden, Steinewürfe, Festnahmen: Bei dem G-20-Gipfel in Pittsburgh ist es zu Ausschreitungen zwischen der Polizei und Demonstranten gekommen. Die Sicherheitskräfte gingen mit Pfefferspray und Tränengas gegen bis zu 2000 Gipfelgegner vor. Mindestens 19 Menschen wurden festgenommen. Unterdessen machten die Gipfelteilnehmer erste Fortschritte bei der Regulierung der Finanzmärkte.
Eigentlich sollten harmonische Bilder vom G-20-Gipfel in Pittsburgh ausgehen. Doch während die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer über Maßnahmen gegen die Wirtschaftskrise brüteten, kam es am Rande des Gipfels zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei.
Die Sicherheitskräfte trieben zunächst etwa 2000 Gipfelgegner auseinander, die sich zur Mittagszeit im Stadtzentrum versammelten. Am Abend zog dann eine Gruppe von 300 Demonstranten randalierend durch einen Stadtteil etwa eineinhalb Kilometer vom G20-Tagungszentrum entfernt.
Sie zerschlugen Schaufenster und warfen mit Steinen auf die Polizei, die Reizgas und Schlagstöcken einsetzte. Ein Sprecher der Gipfelgegner sagte, die Polizei habe auch Gummigeschosse eingesetzt. Wegen des schnellen Einschreitens der Polizei gingen nur etwa zehn Fensterfronten zu Bruch, wie Bürgermeister Luke Ravenstahl erklärte.
Dabei sollen mindestens 19 Menschen festgenommen worden sein. Zu dem nicht genehmigten "Marsch der Massen" hatte das "Pittsburgh G-20 Resistance Project" aufgerufen, ein Zusammenschluss von Gipfelgegnern. Der chaotische Protestmarsch begann am Rand der Innenstadt und sollte am David L. Lawrence Convention Center enden - dem Hauptschauplatz des zweitägigen Gipfels.
Andere Kundgebungen verliefen dagegen friedlich. In der Nähe des Kongresszentrums kamen am Vormittag (Ortszeit) mehrere Demonstranten zusammen, um gegen Menschenrechtsverletzungen in China zu protestieren. Buddhistische Mönche wiederum demonstrierten in der Innenstadt gegen die Militärjunta in Birma. Die Hilfsorganisation Oxfam America machte mit einer Aktion auf den Hunger in der Welt aufmerksam.
Fortschritte auf dem Gipfel
Die G-20 wollen laut einem Entwurf der Gipfel-Abschlusserklärung im Kampf gegen die Wirtschaftkrise an ihrem Krisenmanagement festhalten. Solange eine beständige Erholung nicht gesichert sei, solle eine voreilige Rücknahme der staatlichen Stimulierungsprogramme vermieden werden, hieß es am Freitagmorgen in einem Entwurf des Kommuniques. Der Abzug der milliardenschweren Konjunkturprogramme solle koordiniert erfolgen, sobald die Zeit dafür reif sei.
Zugleich einigten sich die Gipfelteilnehmer auf umfassende Schritte zur Regulierung der Finanzmärkte. Die Staats- und Regierungschefs betonten, bei der Ausarbeitung von Kapitalrichtlinien für Banken zusammenarbeiten zu wollen. Darüber hinaus wollen sie Manager-Boni an den Unternehmenserfolg knüpfen, um das Eingehen hoher Risiken zu vermeiden.
Aus der französischen Delegation verlautete, die Länder hätten sich noch nicht auf Einschnitte bei den Managergehältern verständigt. "Es gibt Fortschritte, aber noch keine Einigung", hieß es. Jedoch sei man zuversichtlich, dass man die eigenen Vorstellungen weitgehend durchsetzen könne.
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