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Krieg in Syrien
Moskau kündigt Gespräche mit USA für Samstag an

Krieg in Syrien: Moskau kündigt Gespräche mit USA für Samstag an
Sergej Lawrow und sein US-Kollege John Kerry (rechts). FOTO: dpa, mt pt ase
Moskau . Russland und die USA wollen ihre direkten Gespräche über eine Waffenruhe in Syrien wieder aufnehmen. Moskau hat ein internationales Syrien-Treffen mit den USA für Samstag in Lausanne in der Schweiz angekündigt.

Demnach werden der russische Außenminister Sergej Lawrow und sein US-Kollege John Kerry daran teilnehmen. Die Verhandlungen über eine Waffenruhe für Syrien waren vor gut einer Woche abgebrochen worden.

Kerry und Lawrow hatten Mitte September eine landesweite Waffenruhe zwischen Rebellen und Regierungstruppen ausgehandelt, doch war die Feuerpause nach nur einer Woche wieder zerbrochen. In den darauf folgenden Tagen hatte die syrische Armee mit Unterstützung der russischen Luftwaffe eine neue Großoffensive auf Aleppo gestartet, um die seit Jahren zwischen den Konfliktparteien geteilte nordsyrische Großstadt komplett wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.

Angesichts der Weigerung Russlands, die massiven Luftangriffe zu stoppen, hatte Kerry die Gespräche mit Lawrow über eine Rückkehr zur Waffenruhe abgebrochen. Die Feuerpause soll die Lieferung dringend benötigter Hilfslieferungen ermöglichen. Zudem besteht die Hoffnung, dass sie eine Wiederaufnahme der Verhandlungen über eine politische Lösung des Konflikts erlaubt, in dem seit dem Frühjahr 2011 mehr als 300.000 Menschen getötet wurden.

Neue Angriffe auf Aleppo

Unterdessen haben neue Luftangriffe nahe einem Markt im Rebellengebiet Aleppos nach Angaben von Helfern mindestens 25 Menschen getötet. Zudem seien am Mittwoch mehr als 20 Personen bei dem Bombardement im Stadtteil Al-Ferdous in der umkämpften syrischen Stadt verletzt worden, teilte die Organisation der Weißhelme mit. Die Angriffe wurden offensichtlich von den Truppen von Machthaber Baschar al-Assad oder deren Verbündetem Russland ausgeführt. Aktivisten berichteten, es seien wieder bunkerbrechende Bomben eingesetzt worden.

Am Dienstag waren nach Tagen relativer Ruhe erstmals wieder schwere Bombardements auf Aleppo niedergegangen. Dabei starben nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 27 Menschen. Die Weißhelme berichteten sogar von 41 Todesopfern.

Bei den Weißhelmen handelt es sich um eine Hilfsorganisation, die im umkämpften Aleppo und anderen Gebieten des Bürgerkriegslandes Überlebende nach Angriffen sucht. Ihre Informationen haben sich in der Vergangenheit als verlässlich erwiesen.

Helfer in Lebensgefahr

Die Helfer waren bei der Suche nach Überlebenden selbst in Lebensgefahr, weil ein weiteres Bombardement das Gebiet kurz nach ihrem Eintreffen erschütterte, wie Weißhelm-Sprecher Ibrahim al-Hadsch berichtete. Wiederholte Angriffe auf dasselbe Gebäude sind eine häufig angewandte Kriegstaktik, um die Rettung von Opfern zu verhindern.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) kritisierte diese regelmäßigen Doppelschläge scharf. "Wenn die Teams der Rettungswagen den betroffenen Ort erreicht haben, greifen Kampfflugzeuge zweites Mal an", hieß es in einer MSF-Stellungnahme unter Berufung auf einen Sanitäter in Ost-Aleppo. "So erhöht sich die Zahl der Verletzten und Getöteten, und zusätzlich werden Krankenwagen zerstört. Wir verlieren ausgebildete Helfer und Fahrzeuge." Im belagerten Ostteil der Stadt seien derzeit nur noch elf Krankenwagen einsatzfähig.

Aleppo ist das am stärksten umkämpfte Gebiet im syrischen Bürgerkrieg. Anhänger des Regimes kontrollieren den Westen Aleppos, Rebellen den Osten. Dieser Teil der Stadt erlebte Ende September die heftigsten Angriffe seit Ausbruch des Konflikts im Jahr 2011. Die Gewalt in der ehemaligen Handelsmetropole nach einer gescheiterten Waffenruhe führte zuletzt zu tiefen Spannungen zwischen den USA und Russland.

(felt/dpa/AFP)
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