Machtpoker nach Umsturz: Krisengebeuteltes Kirgisien verliert Sicherheitschef
zuletzt aktualisiert: 30.03.2005 - 13:14Bischkek (rpo). Der kirgisische Oppositionspolitiker Felix Kulow legt sein Amt als Sicherheitschef nach noch nicht einmal einer Woche nieder. Die Wahrung des krisengebeutelten Landes geht jetzt wieder in die Hände der vorhandenen Verwaltungsstrukturen wie die des Inneministeriums über. Der Rücktritt könnte ein Zeichen für die anstehenden Präsidentschaftswahlen sein, bei denen Kulwo antreten soll.
Er sehe seine Aufgabe als erledigt an, sagte Kulow am Mittwoch vor dem Parlament in der Hauptstadt Bischkek. "Dieser Posten wurde letzte Woche infolge einer außergewöhnlichen Lage im Land geschaffen, um Unruhen zu verhindern und die Ordnung wiederherzustellen."
Der frühere Geheimdienstchef war am Donnerstag vergangener Woche zum Sicherheitschef ernannt worden, nachdem die Opposition die Macht an sich gerissen hatte. Nur wenige Stunden zuvor hatten ihn seine Anhänger aus dem Gefängnis befreit, in dem er seit dem Jahr 2000 vermutlich aus politischen Gründen einsaß.
Vor Journalisten sagte Kulow, er und Übergangsstaatschef Kurmanbek Bakijew wollten nach einer Kompromisslösung für die Kandidatur bei der Präsidentschaftswahl suchen. Beiden werden Ambitionen auf das Präsidentenamt nachgesagt. Kulow sagte nicht explizit, ob er selbst kandidieren werde.
Seine Aussage, es solle eine "objektive Entscheidung getroffen werden, welche den Norden und den Süden vereint", ließ darauf schließen, dass es eine einzige Kandidatur geben soll. Kulow selbst gilt als Mann, der beide Regionen einen könnte. Laut Kulow könnte der auf den 26. Juni festgelegte Wahltermin noch verschoben werden. Eine Begründung nannte er nicht.
Kulow forderte den gestürzten Präsidenten Askar Akajew auf, nach Bischkek zurückzukehren und vor dem Parlament seinen Rücktritt zu erklären. Es müssten zuvor in Verhandlungen die Bedingungen festgelegt werden, unter denen Akajew zu einem Rücktritt bereit sei. Ihm müssten "persönliche Sicherheitsgarantien" gewährt werden, außerdem müsse er seinen Besitz behalten und sich frei bewegen dürfen. Akajew war nach dem Umsturz am Donnerstag ins Ausland geflohen und hält sich derzeit in Russland auf.
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