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Erklärung des US-Präsidenten zu lasch: Kritik an Bush: Er hat sich nicht entschuldigt

zuletzt aktualisiert: 06.05.2004 - 06:41

Washington (rpo). US-Präsident George W. Bush entschuldigte sich nicht, als er seine Abscheu über die Misshandlung irakischer Gefangener äußerte. Unterdessen soll Verteidigungsminister Donald Rumsfeld wegen der Folter-Affäre vor dem Senat Stellung nehmen.

Es gab kein "Es tut mir Leid" bei seiner Erklärung im irakischen Fernsehen. Stattdessen zog er sich auf die alte und erprobte Linie zurück: Es sind Fehler passiert. Es war eine Verurteilung der Taten ohne Reue.

In Interviews mit den beiden arabischen Fernsehsender El Arabija und El Hurra betonte Bush am Mittwoch, dass er das Verhalten einiger US-Soldaten als abscheulich betrachte und dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden. Nach Ansicht von Kommunikationsexperten verpasste Bush damit aber einige Gelegenheiten. "Da war keine Entschuldigung drin, die vielleicht angemessen gewesen wäre, weshalb es irgendwie herablassend wirkte", sagt Wayne Fields, ein Spezialist in politischer Rhetorik an der Universität Washington in St. Louis.

Kathleen Hall Jamieson von der Universität Pennsylvania sagt, Bush habe es verpasst, darauf zu verweisen, dass die USA zur Genfer Konvention stünden. Und er habe sich auch nicht persönlich an die Iraker gewandt, die misshandelt wurden. "Dieses Land muss sich bei ihnen und ihren Familien entschuldigen", sagte Jamieson. Nur zu erklärten, dass diese "Praktiken" "abscheulich" sind, reicht nicht aus, um deutlich zu machen, wofür die USA stehen.

Für den Historiker Henry Graff hat Bush aber genau das getan, was man von ihm erwarten durfte. "Die Tatsache, dass er sich im Fernsehen an die arabische Welt gewandt hat, war das Beste, was er in diesem Moment der nationalen Verlegenheit machen konnte."

Andere Vertreter der US-Regierung wurden in ihrem Bedauern über die Taten deutlicher. So sagte Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice dem Sender El Arabija schon am Montag: "Wir bedauern das, was diesen Menschen passiert ist und wie ihre Familien sich fühlen müssen, außerordentlich." Auch vom Kommandeur der US-Gefängnisse, Generalmajor Geoffrey Miller, gab es folgende Erklärung: "Ich entschuldige mich bei unserem Land und unseren Streitkräften für die kleine Zahl Soldaten, , die die illegale oder nicht genehmigten Handlungen begangen hat." Auch Bushs Sprecher Scott McClellan fand klare Worte, in dem er die Taten als "schändlich" beschrieb. "Der Präsident bedauert das, was passiert ist", sagte McClellan.

Bush selbst konnte sich zu solchen Worten offenbar nicht durchringen. Entschuldigungen seien nicht Bushs starke Seite, sagt Fields. "Er sagt, 'Ich verabscheue das', aber das macht die Tiefe der Enttäuschung, die wir fühlen nicht deutlich", sagt Fields. "Er ist kein Präsident, der sich gerne entschuldigt."


 
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