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Tauwetter zwischen Kuba und USA
Handelsbeschränkungen für Zigarren und Rum aus Kuba aufgehoben

Kuba: Obama hebt Handelsbeschränkungen für Zigarren und Rum auf
Kubanische Zigarren. FOTO: ap
Washington. Ab sofort gibt es in den USA keine Handelsbeschränkungen für kubanische Zigarren und kubanischen Rum mehr. Das hat die Obama-Regierung jetzt beschlossen. Kuba kann davon wirtschaftlich profitieren.

Mehrere US-Medien, darunter die Nachrichtenagentur "AP", berichten unter Berufung auf die Regierung, dass US-Bürger von nun an so viel Zigarren und Rum importieren können, wie sie wollen – allerdings nur für den privaten Gebrauch. Bisher war der Import im Handgepäck auf 100 US-Dollar begrenzt.

Diese Entscheidung kommt nicht überraschend: Nach einer langen politischen Eiszeit nähern sich die beiden Länder in letzter Zeit immer weiter an. Kuba kann sich durch die aufgehobenen Handelsbeschränkungen Hoffnungen machen, in Zukunft wirtschaftlich wesentlich mehr von den Besuchen US-Reisender zu profitieren.

Auch in anderen Bereichen wollen die USA und Kuba in Zukunft enger zusammenarbeiten.

Feindschaft zwischen den USA und Kuba

Barack Obama besucht Kuba FOTO: dpa, mr sh

Beide Länder haben ein historisch schlechtes Verhältnis. Vor Obama, der das Land im Frühjahr 2016 besuchte, war als US-Präsident nur Calvin Coolidge 1928 zu Besuch in Kuba. Nach der Revolution 1959 kam es zu heftigen Konflikten und zu einem US-Handelsembargo. Erstmals ertönte beim Besuch Obamas die US-Hymne für einen amerikanischen Präsidenten im Revolutionspalast. Kubas Präsident Raoul Castro fordert eine vollständige Aufhebung des US-Embargos und eine Rückgabe des seit 1903 unter US-Kontrolle stehenden Stützpunktes Guántanamo.

Nach der Revolution Ende der 1950er-Jahre und dem Wandel Kubas zum Sozialismus gab es eine jahrzehntelange Feindschaft zwischen Kuba und den USA. Kuba band sich eng an die Sowjetunion, 1962 war die Welt nach der Stationierung sowjetischer Raketen am Rande eines Atomkrieges. Die USA straften Kuba mit einem Embargo, das neben einem Handelsboykott touristische Reisen von US-Bürgern und Direktflüge verhinderte sowie Geschäfte von US-Firmen mit Kuba untersagte. Jetzt werden die Sanktionen immer weiter gelockert.

(gol)
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