Einheitswährung geplant: Kuba und Venezuela wollen enger zusammenarbeiten
zuletzt aktualisiert: 13.12.2009 - 11:27Havanna (RPO). Kuba und Venezuela wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit weiter verstärken. Beide Staaten schlossen am Wochenende vor dem Auftakt des Gipfeltreffens der Alba-Staaten in Havanna Kooperationsabkommen im Umfang von umgerechnet 2,2 Milliarden Euro. Nach einem Treffen mit dem früheren kubanischen Revolutionsführer Fidel Castro zeigte sich Venezuelas Staatschef Hugo Chávez erfreut über den Gesundheitszustand des 83-Jährigen.
Die am Samstag unterzeichneten 285 bilateralen Abkommen betreffen die Bereiche Gesundheit, Bildung und Verkehr, aber auch die Landwirtschaft sowie die Öl- und Metallindustrie. Venezuela ist mit Abstand der wichtigste Handelspartner der Karibikinsel Kuba, Caracas zufolge könnte sich die Handelsbilanz in diesem Jahr auf knapp 4,8 Milliarden Euro belaufen. Kuba, das auf Importe angewiesen ist, unterstützt Venezuela mit der Entsendung tausender Ärzte und Lehrer. Venezuela revanchiert sich beispielsweise mit der Lieferung von 115.000 Barrel Öl pro Tag zum Vorzugspreis.
Nach einem Treffen mit dem gesundheitlich angeschlagenen Fidel Castro sagte Chávez am Samstag: "Fidel geht es besser als uns allen. " Zu Fidels Bruder Raúl Castro, dem neuen Staatschef Kubas, habe er gesagt, "Fidel wird uns noch alle zu Grabe tragen". Fidel Castro sei auch sehr zufrieden mit den Handelsabkommen. Jüngst kursierten Gerüchte, nach denen der 83-jährige Fidel Castro dem Tode nah sei. "Fidel betonte immer wieder, wenn die Revolution in Venezuela scheitert oder fehlschlägt oder sich zerschlägt, wird der ganze Kontinent aufs Neue in die Hände des Yankee-Imperiums (der USA)" fallen, sagte Chávez.
Chávez und Raúl Castro wollten am Sonntag in Havanna am Gipfel der sogenannten Alba-Staaten teilnehmen, eines linksgerichteten Staatenbündnisses, das Chávez 2004 ins Leben gerufen hatte. Dem Zusammenschluss gehören neun Staaten an - neben Venezuela und Kuba sind dies Antigua und Barbuda, Bolivien, Dominica, Ecuador, Honduras, Nicaragua sowie St. Vincent und die Grenadinen. Das Spitzentreffen sollte am Montag zuendegehen.
Alba-Einheitswährung "Sucre" geplant
Wie ein kubanischer Regierungsvertreter mitteilte, soll im Januar ein erster Testlauf für die geplante Alba-Einheitswährung Sucre stattfinden, mit der der Dollar abgelöst werden soll. "Ein entsprechendes Dokument ist unterschrieben", sagte er. Es gehe um den Export von Reis durch ein kubanisch-venezolanisches Unternehmen an Kuba. Die Staats- und Regierungschef der Alba-Länder hatten die gemeinsame Währung im Oktober bei ihrem letzten Gipfeltreffen in Bolivien beschlossen. Derzeit ist die Einheitswährung noch eine virtuelle Größe, die aber zum Sprungbrett einer gemeinsamen Währung nach dem Vorbild des Euro werden soll. Lateinamerikanische Ökonomen sehen das Projekt allerdings skeptisch.
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