Klimagipfel in Kopenhagen: Kuba wirft Obama Lug und Trug vor
zuletzt aktualisiert: 21.12.2009 - 21:42Havanna (RPO). Kuba hat seine antiamerikanische Rhetorik erneut verschärft und US-Präsident Barack Obama vorgeworfen, bei der Weltklimakonferenz in Kopenhagen gelogen und betrogen zu haben. Zudem sei Obama "imperialistisch und arrogant" aufgetreten, sagte Außenminister Bruno Rodriguez am Montag vor Journalisten in Havanna. Obama habe nicht zugehört und "seine Positionen den Entwicklungsländern sogar mit Drohungen aufgezwungen".
Der UN-Gipfel in Kopenhagen sei eine "Täuschung, eine Farce" gewesen. Washington habe in Verhandlungen in Hinterzimmern Druck ausgeübt, um der Welt eine Vereinbarung aufzuzwingen, die undemokratisch und selbstmörderisch sei, weil sie die größten Verschmutzer nicht zwinge, verbindlich den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren.
Auf die Frage, dass Präsident Raul Castro schon Tage vor Abschluss den Gipfel als gescheitert erklärt hatte, sagte Rodriguez: "Es war ein offenes Geheimnis, dass es kein Abkommen geben wird." Die Entwicklungsländer hätten die Vereinbarung von Kopenhagen abgelehnt, weil sie an deren Ausarbeitung nicht beteiligt worden seien.
Kuba hatte Obama nach seinem Amtsantritt Anfang des Jahres zunächst in den höchsten Tönen gelobt. Der ehemalige Staatschef Fidel Castro begrüßte auch noch die Entscheidung, Obama den Friedensnobelpreis zu verleihen. Doch zuletzt bezichtigte er die USA, in Lateinamerika wieder imperialen Einfluss gewinnen zu wollen.
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