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krieg Georgien kaukasus Panorama Rakete 2008
  Foto: AFP
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Krieg in Georgien: Lage am Kaukasus immer unübersichtlicher

zuletzt aktualisiert: 10.08.2008 - 14:47

Düsseldorf (RPO). Der Chef des georgischen Sicherheitsrates, Alexander Lomaia, hat den Abzug aus Südossetien verkündet. Derweil sprach der Minister für Wiedervereinigung lediglich von einer Verlagerung der Truppen. Lomaja warf zudem Russland vor, 15 Städte in Georgien bombardiert zu haben. Die Lage wird immer unübersichtlicher.

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"Wir haben es hier mit einer totalen russischen Aggression und Invasion zu tun - zu Land, zu Luft und zu See", sagte Lomaja am Sonntag.

Nachdem Georgien am Freitag Truppen mobilisiert hatte, um die abtrünnige Region Südossetien in die Knie zu zwingen, hat am Sonntag auch die georgische Republik Abchasien die militärische Mobilisierung verfügt.

Unter massivem russischen Beschuss sollen die Soldaten Georgiens zumindest die Hauptstadt Zchinwali wieder verlassen haben. Ob Meldungen über einen kompletten Rückzug zutreffen bleibt dagegen weiter fraglich.

Unterdessen hat die russische Marine eine Seeblockade gegen Georgien errichtet. Dadurch sollten Lieferungen von Waffen und anderem Kriegsmaterial verhindert werden, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax am Sonntag unter Berufung auf das russische Marinekommando.

Die russische Schwarzmeerflotte werde in Stellung gebracht, hieß es. Laut Nachrichtenagentur Ria Nowosti erreichten Kriegsschiffe im Schwarzen Meer die Grenze der georgischen Gewässer.

Abchasiens Präsident Sergej Bagapsch ordnete an, die Truppen in Alarmbereitschaft zu versetzen und einen Teil der Reservisten einzuberufen. Ziel sei es, die georgischen Soldaten aus dem Gebiet zu vertreiben, das von Tiflis kontrolliert wird, sagte Bagapsch.

Das nördliche Kodori-Tal ist der einzige Teil Abchasiens, der noch von der georgischen Regierung verwaltet wird. Die Mobilmachung ist eine Reaktion auf die Eskalation des Konflikt in Südossetien. Bereits am Samstag hatte Abchasien eine Offensive gegen die georgischen Truppen gestartet und auf einen Freundschaftsvertrag mit Südossetien verwiesen.

Abchasien hatte sich - ebenso wie Südossetien - nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und der Staatsgründung Georgiens 1992 für unabhängig erklärt. Beide Regionen werden von Russland unterstützt, international aber nicht anerkannt.

USA warnt Russland

Moskau ist von den USA vor einer weiteren "unverhältnismäßigen und gefährlichen Eskalation" gewarnt worden. Andernfalls werde dies "bedeutsame langfristige" Auswirkungen auf die US-russischen Beziehungen haben, sagte der stellvertretende nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses, James Jeffrey, am Sonntag in Peking.

Sollten sich die Meldungen über einen georgischen Rückzug aus Südossetien bestätigen, stelle dies einen "Schlüsseltest" für die wahren Interessen Russlands dar.

Hilfskorridore eingerichtet

Derweil haben sich Russland und Georgien offenbar auf zwei Hilfskorridore geeinigt, über die Verletzte und Flüchtlinge aus Südossetien gebracht werden sollen. Unter Berufung auf die russische Armee berichtete die Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Sonntag, dass eine entsprechende Einigung zwischen Moskau und Tiflis erzielt worden sei.

Georgische und ossetische Flüchtlinge sollen über die Korridore demnach aus der Krisenregion in den Norden nach Russland oder in den Süden nach Georgien gebracht werden.

Merkel ist besorgt, Steinmeier entsendet beauftragten

Bundeskanzlerin Angela Merkel zeigte sich besorgt über die Eskalation des Konflikts in Georgien. Wie der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg am Sonntag mitteilte, beriet Merkel telefonisch mit dem französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy die Lage. Die Bundeskanzlerin habe ihre große Besorgnis über die dramatischen Konsequenzen für die leidende Zivilbevölkerung zum Ausdruck gebracht, hieß es.

Die Bundesregierung hat sich zudem aktiv in die Bemühungen um einen Waffenstillstand eingeschaltet. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) entsandte einen Beauftragten in die Konfliktregion, wie das Auswärtige Amt am Sonntag mitteilte. Zudem bemühe er sich telefonisch persönlich um direkte Gespräche zwischen der russischen und der georgischen Regierung.


 
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