FBI-Befragung in Las Vegas

Paddocks Freundin bestreitet Mitwisserschaft

Los Angeles. Die Freundin des Todesschützen von Las Vegas hat jede Mitwisserschaft an der Tat zurückgewiesen. Die 62-jährige Marilou Danley wurde nach ihrer Rückkehr aus Manila vom FBI in Las Vegas befragt.

Marilou Danley habe keine Ahnung gehabt, dass ihr Freund ein Massaker plane, sagte Matthew Lombard, der Anwalt der philippinisch-stämmigen Australierin. Der 64-Jährige habe sich nie anmerken lassen, dass er eine solche Tat plane, erklärte Danley in einer Mitteilung, die ihr Anwalt vorlas. Die 62-Jährige war im FBI-Hauptsitz in Los Angeles befragt worden.

Danley war von Ermittlern als "Person von Interesse" bezeichnet worden, nachdem ihr Partner am Sonntag in Las Vegas das schwerste Waffenverbrechen in der Geschichte der Vereinigten Staaten verübt hatte. Bei dem Massaker des 64-Jährigen wurden mindestens 58 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt, auch der Schütze kam zu Tode.

Danley war am Dienstag von den Philippinen in die USA zurückgekehrt. Sie hielt sich zur Tatzeit zu einem Familienbesuch auf den Philippinen auf. Die Frau stammt von dort, hat aber die australische Staatsbürgerschaft. Bis vor 20 Jahren hat sie an der Gold Coast im australischen Bundesstaat Queensland gelebt, ehe sie nach Amerika zog.

Danley bezeichnet Paddock als "freundlichen, fürsorglichen Mann"

Paddock hatte Danley vor der Tat einen Betrag von 100.000 US-Dollar auf die Philippinen überwiesen. Danley habe mit dem Geld nicht gerechnet, erklärte ihr Anwalt. Sie habe sich zunächst über das Geld gefreut, weil sie damit ein Haus für ihre Familie habe kaufen wollen. Später habe sie Bedenken gehabt, Paddock wolle möglicherweise die Beziehung mit ihr beenden. Es sei für sie nie klar gewesen, dass er gegen irgendjemanden Gewalt plane.

In der Erklärung, die Danleys Anwalt vorlas, sagte Marilou Danley, sie habe Paddock als "freundlichen, fürsorglichen und ruhigen Mann" geliebt. Sie habe keinerlei Hinweise darauf gehabt, dass der 64-Jährige eine derartige Tat plante. Zu ihrem Aufenthalt im Ausland während des Massenmordes sagte sie, Paddock habe ihr ein Flugticket geschenkt, damit sie ihre Familie besuchen könne. Sie sei freiwillig in die USA zurückgekehrt. Ermittler der Bundespolizei FBI hatten nach ihrem Eintreffen in der Nacht zum Mittwoch in Los Angeles sofort mit ihrer Befragung begonnen.

Keine Anhaltspunkte für Motiv

Nähere Hinweise zu den Motiven des Todesschützen ergab das Statement der Frau bisher offenbar nicht. Nach FBI-Angaben gibt es weiterhin keine Anhaltspunkte dafür, dass das Attentat einen terroristischen Hintergrund hat. Paddock wird als Einzeltäter beschrieben. Seine Beweggründe sind auch deswegen so rätselhaft, weil er nicht in die Täterprofile ähnlicher Massaker passt. Er galt als wohlhabend und hatte keine Vorstrafen. Hinweise auf eine psychische Erkrankung oder soziale Entfremdung gibt es bisher nicht. Außerdem finden sich keine Anzeichen für extreme politische oder weltanschauliche Überzeugungen.

(juju/ap/dpa/reu)

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