Staatsanwalt hatte Todesstrafe für Franzosen gefordert: Lebenslange Haft für Bombenanschläge in Casablanca
zuletzt aktualisiert: 19.09.2003 - 10:43Rabat (rpo). Die Attentäter von Casablanca sind zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Bombenanschläge hatten vor vier Monaten 45 Tote gefordert. Der Staatsanwalt hatte sogar die Todesstrafe für den Franzosen Pierre Robert gefordert, der als eine Schlüsselfigur in der Szene des islamistischen Terrorismus in Marokko gilt.
Der 31-Jährige, der vor mehreren Jahren zum Islam übergetreten und sich in der Hafenstadt Tanger niedergelassen hatte, war nach Ansicht des Gerichts einer der Drahtzieher bei den Selbstmordanschlägen am 16. Mai auf westliche und jüdische Einrichtungen in Casablanca. Wie die staatliche Nachrichtenagentur MAP am Freitag berichtete, wurden 31 weitere Angeklagte zu Haftstrafen zwischen 30 Jahren und drei Monaten verurteilt.
Die Mitglieder der Gruppe um den Franzosen Robert wurden unter anderem der Beihilfe zum Mord und der Bildung einer kriminellen Vereinigung für schuldig befunden. Im August waren wegen der Anschläge vier Terroristen zum Tode und 83 Helfer zu Haftstrafen verurteilt worden. Die Anschläge hatten einem Hotel, dem spanischen Kulturhaus, einem italienischen Restaurant und zwei israelischen Einrichtungen in der marokkanischen Wirtschaftsmetropole gegolten. Unter den Toten waren auch 12 der insgesamt 15 Attentäter.
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