Protokoll: Tag des Umsturzes: Letzter Schlag gegen Gaddafis Residenz
VON C. SIEBEN, U. FELTEN UND P. SCHIFFER - zuletzt aktualisiert: 22.08.2011 - 22:01Tripolis (RPO). Nach dem Einmarsch libyscher Rebellen in Tripolis rückt das Ende von Machthaber Gaddafi immer näher. Immer mehr Soldaten rücken von dem Diktator ab. Die internationale Gemeinschaft hat begonnen, die Zeit nach Gaddafi vorzubereiten. Der Tag des Umsturzes im Protokoll:
+++ 21.45 Uhr: Die Rebellen zählen in der letzten Phase des Kampfes gegen Gaddafi offenbar noch einmal auf die Nato: Laut einem arabischen TV-Sender sollen die Mauern, hinter denen sich Gaddafi möglicherweise aufhält, aus der Luft bombardiert werden. Dort werden außerdem die letzten Gaddafi treuen Kämpfer vermutet.
+++ 21.03 Uhr: US-Präsident Barack Obama sieht zwar die Ära Gaddafis "am Ende", die Kämpfe in Libyen seien aber noch nicht zu Ende, erklärte er. Gaddafi müsse ausdrücklich seinen Machtverzicht erklären. Die Zukunft Libyens liege in den Händen des Volkes, fügte Obama hinzu.
+++ 20.41 Uhr: Rebellen haben den Flughafen der Hauptstadt Tripolis unter ihre Kontrolle gebracht, berichtet der Fernsehsender Al Arabija unter Berufung auf einen Sprecher der Rebellen.
+++ 20.35 Uhr: Nach Berichten arabischer Sender wollen die Rebellen nach Einbruch der Dunkelheit zum letzten Schlag gegen die Residenz von Gaddafi ausholen. Offenbar wird auch darüber nachgedacht, die Mauern mit Hilfe von Kampfjets einzureißen.
+++ 20.29 Uhr: Die Weltbank hat angekündigt, den Kontakt zu Libyen wieder aufzunehmen und sich am Wiederaufbau des Landes beteiligen zu wollen.
+++ 20 Uhr: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat die Truppen des libyschen Machthabers Muammar al Gaddafi am Montag zu einem Ende der Kämpfe aufgefordert. Sie sollten den Weg freimachen, für einen "reibungslosen Übergang" zu einer freien und demokratischen Zukunft des Landes, sagte Ban.
+++ 19.19 Uhr: Die Ölproduktion in Libyen könnte nach Angaben des früheren Chefs der nationalen Ölgesellschaft in wenigen Monaten wieder anlaufen. Bis jedoch das Niveau vor dem Bürgerkrieg erreicht sei, brauche es 18 Monate, sagte Schokri Ghanem.
+++ 19.10 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Debatte über einen eventuellen Einsatz der Bundeswehr zur Stabilisierung Libyens nach dem Sturz Gaddafis als verfrüht bezeichnet. "Alles was in Richtung Absicherung geht, müssen wir zuerst in den Vereinten Nationen beraten. Das ist überhaupt noch nicht spruchreif", sagte Merkel während ihres Besuchs in der kroatischen Hauptstadt Zagreb.
+++ 18.46 Uhr: Ein von Gaddafi entsandter Attentäter hat sich nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Tunis der tunesischen Armee gestellt. Der libysche Oberst Abdelrasak Radschhi sei von Gaddafi beauftragt worden, einen Anschlag auf eine arabische Botschaft in Tunis zu verüben, sagte der tunesische Oberst Mochtar Ben Nasser. Es seien sieben Kilo Sprengstoff und Zünder beschlagnahmt worden.
+++18.26 Uhr: UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat angesichts des sich abzeichnenden Sieges der libyschen Rebellen noch für diese Woche ein internationales Gipfeltreffen zu Libyen angekündigt. Teilnehmen sollten Vertreter von Europäischer Union, Afrikanischer Union, der Arabischen Liga und weiterer regionaler Organisationen, sagte Ban am Montag in New York. Als mögliche Termine für das Treffen in New York nannte er den Donnerstag oder Freitag.
+++ 18.12 Uhr: Gaddafi befindet sich nach Informationen des US-Verteidigungsministeriums weiter in Libyen. Es gebe keine Informationen, dass Gaddafi das Land verlassen habe, sagte Pentagon-Sprecher David Lapan in Washington. Ein Diplomat in Tripolis hatte zuvor der Nachrichtenagentur AFP gesagt, der Machthaber befinde sich noch immer in seiner weitgehend zerstörten Residenz Bab el Asisija in der libyschen Hauptstadt. Der Präsident des Nationalen Übergangsrats der Rebellen, Mustafa Abdel Dschalil, sagte dagegen, der Aufenthaltsort Gaddafis sei nicht bekannt.
+++ 17.54 Uhr: Außenminister Westerwelle hat rückblickend die deutsche Entscheidung verteidigt, sich nicht an den Militärschlägen gegen das Gaddafi-Regime zu beteiligen. Es sei richtig gewesen, auf eine politische Lösung zu setzen. Die Sanktionen gegen die Machthaber hätten gewirkt, das Abschneiden von Nachschubwegen sei entscheidend gewesen.
+++ 17.26 Uhr: Die SPD hat die Ankündigung der Bundesregierung kritisiert, eine mögliche Anfrage zur Teilnahme der Bundeswehr an einem Stabilisierungseinsatz in Libyen nach dem Sturz Gaddafis konstruktiv zu prüfen. Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) fördere "ohne Not" Spekulationen über eine deutsche Teilnahme an bewaffneten Missionen, sagte der stellvertretende SPD-Fraktionschef Gernot Erler. Es gebe für eine solche Mission "bisher keine Nachfrage, keine Bedarfsermittlung, keine völkerrechtliche Grundlage".
+++ 17.08 Uhr: Die Botschafter der EU-Länder treffen sich am Dienstag zu einer kurzfristig angesetzten Libyen-Sondersitzung in Brüssel. Besprochen würden alle relevanten Fragen, sagte ein Sprecher von EU-Chefdiplomatin Cathrine Ashton. Ein erster Schritte könnte die Freigabe eingefrorener Konten von Ölfirmen und Banken sein. Zudem will Brüssel in Tripolis eine diplomatische Mission einrichten, sobald dies die Sicherheitslage zulässt.
+++ 17.05 Uhr: Der Chef des Nationalen Übergangsrats der libyschen Rebellen, Mustafa Abdel Dschalil, hat seine Kämpfer vor Racheakten gegen Anhänger von Machthaber Muammar el Gaddafi gewarnt und seinen Rücktritt angedroht. Er habe "Sorgen" wegen "Racheakten einzelner Kämpfer", sagte Dschalil am Montag bei einer Pressekonferenz in der ostlibyschen Rebellenhochburg Bengasi. "Das könnte ein Grund meinen Rücktritt sein."
+++ 16.54 Uhr: Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hat bekräftigt, dass ein Bundeswehreinsatz zur militärischen Stabilisierung Libyens nach dem Ende des Gaddafi-Regimes nicht ausgeschlossen ist. Sollte sich eine solche Frage an die Bundeswehr richten, "werden wir das konstruktiv prüfen, so wie wir das stets und immer tun", sagte de Maizières Sprecher Stefan Paris. Die Bundesregierung stellte auch weitere Hilfen für Libyen in Aussicht.
+++ 16.45 Uhr: Nach Gaddafis Sohn Saif al-Islam haben die Rebellen auch dessen ältesten Sohn Mohammed festgenommen. Dem Sender Al-Dschasira sagte Mohammed, Bewaffnete hätten sein Haus umstellt, er und seine Familie seien unversehrt. Damit sind mittlerweile drei Söhne Gaddafis in der Gewalt der Rebellen.
+++ 16.21 Uhr: Deutschland wird sich nach den Worten von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Aufbau in Libyen beteiligen. Es sei erfreulich, dass Gaddafi seine politische Macht verloren habe", sagte Merkel. Nun beginne der Prozess des Wiederaufbaus und der Aufbau demokratischer Strukturen. "Daran werden die internationale Staatengemeinschaft und Deutschland intensiv mitarbeiten", so Merkel
+++ 16.04 Uhr: Die Rebellen in Libyen haben laut Medienberichten erklärt, sie wollten Gaddafi lebend gefangen nehmen, um ihn vor ein Gericht zu stellen. Dort solle er sich öffentlich für seine Taten verantworten. Gespräche mit dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag liefen bereits.
+++ 15.47 Uhr: Mit einem gecharterten Schiff will die Internationale Organisation für Migration (IOM) hunderte Einwanderer und Gastarbeiter aus der umkämpften libyschen Hauptstadt Tripolis in Sicherheit bringen. Die "Tasucu" mit einer Kapazität von 300 Passagieren habe am Montagmorgen den Hafen der Rebellenhochburg Bengasi im Osten des Landes verlassen und werde voraussichtlich am Dienstag in Tripolis ankommen, teilte die IOM mit.
+++ 15.41 Uhr: Nicht nur in den Städten Libyens, auch in Washington wird der Erfolg der Rebellen über Gaddafi gefeiert: Rund hundert Libyer versammelten sich vor dem Weißen Haus. Unter der Flagge der Rebellen singen sie: "Libyen ist frei, Danke Sarkozy, Danke Obama."
+++ 15.22 Uhr: Mit den Erfolgen der Aufständischen in Libyen wachsen die Hoffnungen, dass das Land bereits in kurzer Zeit wieder Öl in vollem Umfang fördern und exportieren kann. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Erdöl der Nordseesorte Brent sank am Montag in London um 2,46 Dollar auf 106,16 Dollar. Die Kurse italienischer Firmen, die stark in Libyen investiert haben, stiegen stark.
+++ 15.08 Uhr: Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat den Führer der libyschen Opposition zu Gesprächen nach Paris eingeladen. Sarkozy habe mit dem Vorsitzende des Nationalen Übergangsrats, Mahmud Dschibril, am Telefon gesprochen und ein Treffen am kommenden Mittwoch in der französischen Hauptstadt vorgeschlagen, hieß es in einer Stellungnahme. Ob Dschibril die Einladung angenommen hat, war zunächst nicht bekannt.
+++ 14.54 Uhr: In der Nähe von Gaddafis Residenz liefern sich Rebellen und Regierungstruppen weiter Gefechte. Auch im Süden der Hauptstadt und weiteren Teilen des Stadtzentrums wird Augenzeugen zufolge weiter gekämpft. In der Ölstadt Brega im Osten dauern laut den Rebellen die Kämpfe ebenfalls an.
+++ 14.51 Uhr: Gaddafi hält sich nach Diplomatenangaben in der Residenz Bab el Asisija auf.
+++ 14.46 Uhr: Während in Tripolis weiter gekämpft wird, hat sich der Nationale Übergangsrat der Aufständischen auf den Weg in die Hauptstadt gemacht.
+++ 14.34 Uhr: Die Rebellen wissen nach eigenen Angaben nach wie vor nicht, wo sich Gaddafi aufhält. Niemand wisse, wo sich Gaddafi befinde, sagt der Chef des Übergangsrats der Aufständischen, Mustafa Abdul-Dschalil, dem Fernsehsender Al-Arabija.
+++ 14.21 Uhr: Nato-Kampfjets beschießen Gaddafis Regierungstruppen aus der Luft und liefern den Aufständischen wichtige Informationen über ihre Gegner. Der "New York Times" zufolge haben vor allem die USA mit ihren Predator-Drohnen einen erheblichen Anteil am Erfolg der Offensive. Ihre Angriffe haben demnach nicht nur die Ausrüstung von Gaddafis Armee zerstört, sondern die Kommandeure auch an einer koordinierten Verteidigung gehindert, sagten namentlich nicht genannte Regierungsvertreter.
+++ 14.18 Uhr: Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel stellte Libyen sieben Millionen Euro für ein Nothilfeprogramm in Aussicht. Das Geld sei gedacht für Maßnahmen der Energie- und Wasserversorgung, unter anderem zur Meerwasserentsalzung, sagte der FDP-Politiker. Mit dem Maßnahmepaket solle die Not der Bevölkerung gelindert werden.
+++ 14.06 Uhr: Die EU will den demokratischen Übergang und den wirtschaftlichen Wiederaufbau unterstützen, heißt es in der offiziellen Erklärung der EU-Chefs Barroso und Van Rompuy. Nach dem neuen Leitmotiv "mehr für mehr" will Brüssel aber Bedingungen stellen: Soziale Gerechtigkeit, die Einbeziehung aller Bevölkerungsteile, die territoriale Einheit des Landes seien Voraussetzungen.
+++ 14.01 Uhr: Für die EU ist die Entscheidung gefallen, noch bevor die Rebellen den Sieg gegen Gaddafi verkünden: Der Weg zu einem freien und selbstbestimmten Libyen sei jetzt frei, erklären Kommissionschef José Manuel Barroso und Ratspräsident Herman Van Rompuy am Montagmittag gemeinsam.
+++ 13.12 Uhr: Deutschland will beim Wiederaufbau eines befreiten Libyens kräftig mitarbeiten und dafür auch gesperrtes Geld des Gaddafi-Regimes einsetzen. Derzeit seien etwa 7,3 Milliarden Euro auf deutschen Konten gesperrt, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes am Montag in Berlin. Diese Mittel sollen so rasch wie möglich der neuen Regierung zur Verfügung gestellt werden.
+++ 12.51 Uhr: Vertreter des Nationalen Übergangsrats der Rebellen haben sich auf den Weg in die Hauptstadt Tripolis gemacht. Sie hätten die Rebellenhochburg Bengasi im Osten des Landes am Sonntagabend mit dem Flugzeug verlassen und seien in den Nefussa-Bergen gelandet, sagte ein Rebellenvertreter in Bengasi. Am Montagmorgen hätten sie auf dem Landweg die Reise nach Tripolis angetreten, beim letzten Kontakt seien sie in Bir Ghanam rund 100 Kilometer südwestlich von Tripolis gewesen. Der Führer der libyschen Opposition wird in den kommenden Tagen zu einem Besuch in Paris erwartet. Nach dem erwarteten Ende der Herrschaft von Gaddafi wolle der Vorsitzende des Nationalen Übergangsrats, Mahmud Dschibril, mit Vertretern der internationalen Gemeinschaft über die Zukunft Libyens diskutieren.
+++ 12.34 Uhr: Großbritannien wird die eingefrorenen libyschen Vermögenswerte bald freigeben. Dies kündigte Premierminister David Cameron am Montag in London an
+++12.31 Uhr: Nach dem Vorrücken der Rebellen hat Frankreich ein Treffen der Libyen-Kontaktgruppe vorgeschlagen, das schon nächste Woche stattfinden könnte. Frankreich rege ein Sondertreffen der Gruppe "auf höchster Ebene" an, sagte der französische Außenminister Alain Juppé am Montag. Dabei könne ein Plan für das weitere Vorgehen der internationalen Gemeinschaft an der Seite des oppositionellen Übergangsrates ausgearbeitet werden.
+++ 12.27 Uhr: Die Bundesregierung hat ihre Bereitschaft zur Hilfe für Libyen nach dem Fall des Regimes von Muammar al Gaddafi bekräftigt. Sprecher der Bundesregierung erklärten aber am Montag, noch sei es dafür zu früh. Zunächst müsse Gaddafi aufgeben und das Blutvergießen aufhören.
+++ 12.04 Uhr: Gaddafis Sohn Chamis führt einem Medienbericht zufolge eine Truppeneinheit ins Zentrum von Tripolis. Die Truppen hätten Gaddafis Militärkomplex verlassen, berichtet der Fernsehsender Al-Arabija unter Berufung auf Rebellenkreise.
+++ 11.45 Uhr: Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hat den Gaddafi eindringlich zum Rücktritt aufgefordert. "Die Zeit des Diktators ist vorbei", sagte Westerwelle am Montag in Berlin.
+++ 11.29 Uhr: Die Nato setzt ihre Patrouillenflüge über Libyen fort, bis sich alle Gaddafi-Truppen ergeben oder in ihre Kasernen zurückgezogen haben. Das verlautete am Montag aus Bündniskreisen in Brüssel. Ob die Nato angesichts der Kämpfe im Stadtzentrum von Tripolis auch weiter militärische Ziele bombardiere, ließ der Gewährsmann zunächst offen.
+++ 11.11 Uhr: Die libyschen Rebellen kontrollieren 95 Prozent der Hauptstadt Tripolis. Das erklärte der libysche Geschäftsträger in London am Montag.
+++ 10.44 Uhr: Regierungsvertreter mehrerer europäischer Staaten haben den libyschen Machthaber Muammar al Gaddafi zur Machtabgabe aufgefordert. Der italienische Außenminister Franco Frattini sagte, der einzige Weg für Gaddafi sei jener der Kapitulation. Der britische Premierminister David Cameron brach seinen Urlaub ab, um ein Treffen des Sicherheitsausschusses zu Libyen zu leiten.
+++ 10.29 Uhr: Flüchten Gaddafis letzten Getreue? Es scheine nur noch wenige Panzer der Regierungstruppen zu geben, die noch nicht geflüchtet seien oder sich ergeben hätten, sagte Anwohner Moammar al Warfali einer Nachrichtenagentur.
+++ 10.20 Uhr: Die Rebellen liefern sich nach eigenen Angaben heftige Feuergefechte mit Gaddafis Truppen. Auch von Kleinlastern schossen die Truppen des Machthabers demnach mit Maschinengewehren auf Ziele in Tripolis.
+++ 10.14 Uhr: Der Aufenthaltsort Muammar al Gaddafis ist weiterhin unbekannt. Am Morgen hatte es Gerüchte gegeben, dass südafrikanische Flugzeuge in Tripolis gelandet seien und der Diktator über ein Exil in Südafrika nachdenke. Südafrika hat jedoch dementiert, Maschinen nach Tripolis geschickt zu haben.
+++ 9.49 Uhr: Die Rebellen vermelden, dass sich die verbliebenen Truppenteile Gaddafis weiterhin wehren. Es werde immer noch gekämpft.
+++ 9.38 Uhr: Angesichts des Vormarschs der Aufständischen in Libyen ist der Ölpreis im asiatischen Handel am Montagmorgen gesunken. Libyen produzierte vor Beginn der Kämpfe der Aufständischen gegen Machthaber Muammar el Gaddafi im Februar rund 1,49 Millionen Barrel Öl am Tag; 85 Prozent davon wurden nach Europa exportiert. Während der Kämpfe in den vergangenen Monaten war die Produktion eingebrochen.
+++ 9.26 Uhr: Die Europäische Union hat Gaddafi zum sofortigen Rücktritt aufgefordert.
+++ 8.53 Uhr: Nach einem Bericht des Senders Al-Dschasira verlassen Panzer das Anwesen Gaddafis in Tripolis und nehmen einen Teil der Hauptstadt unter Beschuss. Der Machthaber soll sich nach Angaben aus Diplomatenkreisen weiter in Tripolis und wahrscheinlich in der Residenz Bab el Asisija aufhalten.
+++ 7.29 Uhr: Die Truppen von Machthaber Muammar Gaddafi kämpfen nach Angaben der Rebellen noch immer in Tripolis. Sie kontrollierten 15 bis 20 Prozent der Stadt, sagt ein Sprecher im Sender Al Dschasira.
+++ 6.19 Uhr: Der venezolanische Präsident Hugo Chávez hat die schweren Kämpfe in Libyen und die Luftangriffe der Nato verurteilt. Bei den Angriffen seien Schulen, Krankenhäuser und Wohnungen getroffen worden, sagte er in einer im Fernsehen übertragenen Rede am Sonntag. Die Beteiligung der USA und europäischer Staaten ziele darauf ab, "zu intervenieren und ein Land und seine Reichtümer zu beschlagnahmen".
+++ 4.29 Uhr: Nach der Eroberung von Tripolis drängt US-Präsident Barack Obama Machthaber Muammar Gaddafi zur Aufgabe. "Der sicherste Weg, weiteres Blutvergießen zu verhindern, ist einfach: Muammar Gaddafi und sein Regime müssen einsehen, dass ihre Herrschaft vorbei ist", erklärt Obama. Gaddafi habe keine Kontrolle mehr über Libyen.
+++ 0.50 Uhr: Gaddafi und sein Regime sind nach Einschätzung der Nato am Ende. Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erklärte am frühen Montagmorgen in Brüssel, die Zeit sei gekommen, ein neues, demokratisches Libyen zu schaffen.
+++ 0.45 Uhr: Gaddafi ruft die Bürger zur Verteidigung von Tripolis auf. Sie müssten auf die Straße gehen und "die Hauptstadt säubern", sagte Gaddafi am Abend in einer vom Staatsfernsehen ausgestrahlten Audiobotschaft, der dritten innerhalb von 24 Stunden. "Für die Agenten des Kolonialismus" sei kein Platz in Tripolis und Libyen, sagte er weiter.
+++ 23.37 Uhr: Die libyschen Rebellen haben nach eigenen Angaben Seif el Islam, den Sohn von Machthaber Muammar el Gaddafi, gefangengenommen. Seif el Islam war in den vergangenen Wochen wiederholt als Sprachrohr seines Vaters aufgetreten. Er wird ebenso wie Gaddafi vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit per Haftbefehl gesucht.
+++ 20.23 Uhr: Wie ein AFP-Journalist berichtet, wurden die von Westen kommenden Rebellen-Kämpfer in Tripolis von einer jubelnden Menschenmenge begrüßt. Während ihres Vormarschs lieferten sich die Aufständischen aber weiterhin schwere Kämpfe mit Gaddafi-Anhängern.
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