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Sicherheitsoffensive im Irak: Letztes US-Aufgebot gegen den Bürgerkrieg

zuletzt aktualisiert: 08.02.2007 - 11:13

Washington (RPO). Die USA haben mit ihrer Sicherheitsoffensive im Irak begonnen. Es ist das letzte Aufgebot der USA gegen den Bürgerkrieg: Noch mehr Soldaten, die noch mehr Einsätze absolvieren, sollen das Land sicher machen. Jetzt sei die "letzte gute Chance" gekommen, die Lage in den Griff zu kriegen, sagte ein US-Senator.

Ein neuer Mann an der Spitze der US-Truppen im Irak soll die Sicherheitsoffensive zum Erfolg führen. General David Petraeus löst seinen glücklosen Vorgänger William Casey mit dem Kommando über die internationalen Truppen ab. "Er ist unsere letzte gute Chance, als Kommandeur eine Änderung der Lage auf dem Boden herbeizuführen", sagte der republikanische Senator Lindsay Graham der "Washington Post".

Petraeus' Mission trägt die Zeichen eines letzten Aufgebots: Am Dienstag räumte Verteidigungsminister Robert Gates ein, dass er auch Vorbereitungen für den Fall eines Scheiterns der neuen Irak-Strategie treffe. In diesem Fall "müssten wir unsere Truppen neu positionieren und vor Schaden bewahren".

Kernpunkt von Bushs neuer Strategie ist, die zuletzt etwa 132.000 US-Soldaten im Irak um mehr als 20.000 aufzustocken. Allein in Bagdad sollen bis zu 90.000 Sicherheitskräfte die eskalierende Gewalt eindämmen. Das begann mit Straßensperren, Razzien in Stadtvierteln, hunderten Festnahmen. Am Mittwoch rückten US-Einheiten mit Macht in besonders unruhige Stadtteile ein.

Die Offensive ist bereits der dritte Versuch in neun Monaten, die Gewalt in Bagdad zu bekämpfen. Der Irakische Präsident Nuri al Maliki räumte ein, die Sicherheitskräfte kämen mit ihren Bemühungen nur langsam voran. Dadurch hätten Aufständische Zeit gewonnen und ihre Anschläge in den vergangenen Wochen verstärkt.

Der neue US-Kommandeur Petraeus macht sich über die Schwierigkeit seiner Mission angesichts all dessen offenbar keine Illusionen: "Die Lage im Irak ist düster", sagte er im Januar vor dem Senat in Washington. "Es steht viel auf dem Spiel. Es wird keine einfachen Entscheidungen geben."

Auch hat er die Irak-Politik der USA bereits offen kritisiert. Die Auflösung der irakischen Armee und die Entlassung ihrer Soldaten durch die US-Besatzungsmacht sei ein schwerer Fehler gewesen: "Dadurch haben wir ohne Zweifel erreicht, dass sich zehntausende ehemalige Soldaten respektlos behandelt fühlten und sich sorgten, wie sie ihre Familien ernähren sollen."

Die Gegner der US-Besatzung hätten aus ihren Reihen bereitwillige Mitkämpfer rekrutieren können.

Quelle: afp

 
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