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Libyen
60 Tote bei Anschlag auf Polizeicamp in Sliten

Tripolis. Bei einem Selbstmordanschlag auf ein Trainingscamp der Polizei in Westlibyen sind Dutzende Menschen getötet oder verletzt worden.

Bei dem Anschlag sind mindestens 60 Polizisten getötet und 200 Personen verletzt worden. In der Stadt Sliten im Westen des nordafrikanischen Landes sei in der Nähe eines Polizeilagers eine Bombe in einem Lastwagen detoniert, teilten Behördenvertreter am Donnerstag mit. Wer hinter der Attacke steckte, war zunächst unklar.

Nach Angaben eines Krankenhaussprechers konnten Rettungsmannschaften bislang 60 Leichen aus den Trümmern bergen. Libysche Behördenvertreter vermuteten, dass es noch Dutzende weitere Tote geben könnte. Aus Sicherheitskreisen verlautete, das Lager in Sliten sei von Grenzpolizisten benutzt worden.

Libyen versinkt nach dem Sturz des Machthabers Muammar Gaddafi im Jahr 2011 im Chaos. Zwei Regierungen konkurrieren um die Vorherrschaft, und mehrere Milizen bekämpfen sich. Das Machtvakuum machen sich auch die Extremisten des IS zunutze.

Ähnliche Angriffe waren in der Vergangenheit vom libyschen Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verübt worden. Der IS beherrscht in dem Land einen Küstenstreifen am Mittelmeer rund um die Stadt Sirte. Sliten ist allerdings nicht für die Anwesenheit von Dschihadisten bekannt.

(felt/dpa/REU/AFP)
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