Nach Tod von Gaddafi: Libyen erklärt sich für befreit
zuletzt aktualisiert: 22.10.2011 - 08:41Bengasi (RPO). Zwei Tage nach dem Tod des langjährigen Machthabers Muammar al Gaddafi soll in Libyen eine neue Ära beginnen: In Bengasi, wo vor acht Monaten der Aufstand begann, will der Nationale Übergangsrat das Land jetzt offiziell für befreit erklären.
Libyen will sich laut Militär allerdings erst am Sonntag für befreit erklären. Zuvor hatte es geheißen, dies solle schon am Samstag geschehen. Gründe für die Verschiebung wurden nicht genannt.
Binnen eines Monats soll eine neue Übergangsregierung gebildet und innerhalb von acht Monaten Wahlen abgehalten werden. Der langjährige Machthaber Muammar al Gaddafi war am Donnerstag bei der Eroberung seiner Heimatstadt Sirte ums Leben gekommen.
Ein Militärsprecher sagte, die Vorbereitungen für eine Zeremonie am Sonntag seien in vollem Gange. Vertreter des Nationalen Übergangsrates hatten zuvor gesagt, die offizielle Befreiungserklärung werde bereits am Samstag in Bengasi im Osten des Landes abgegeben, wo vor acht Monaten der Aufstand begann.
Unklarheit über die genauen Todesumstände Gaddafis und widerstreitende Ansprüche auf seinen Leichnam verhinderten bislang eine schnelle Beerdigung, wie sie der islamische Ritus eigentlich vorschreibt
Am Freitag lag der blutbefleckte Leichnam mit Schusswunden in Kopf, Brust und Bauch noch im Kühlraum eines Einkaufszentrums in Misrata. In langen Schlangen standen Einwohner der im Sommer schwer umkämpften Stadt an, um einen letzten Blick auf den verhassten Herrscher zu werfen.
Gaddafi war am Donnerstag bei der Eroberung seiner Heimatstadt Sirte zunächst lebend gefangen genommen worden, wie Videoaufnahmen zeigen. Wie er dann zu Tode kam, ist unsicher. Das gleiche gilt für seinen Sohn Muatassim. Über den Verbleib des Sohnes Seif al Islam gibt es widersprüchliche Berichte, anscheinend war er noch auf freiem Fuß.
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