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Vergleichbare Regelung wie für Lockerbie-Opfer: Libyen zahlt Entschädigung nach Anschlag auf Flugzeug

zuletzt aktualisiert: 09.01.2004 - 13:35

Paris (rpo). Libyen hat am Freitag in Paris ein Entschädigungsabkommen bezüglich des Anschlags auf ein französisches Verkehrsflugzeug über Niger vor gut 14 Jahren unterzeichnet.

Es sieht die Zahlung von 170 Millionen Dollar an die Familien der 170 Todesopfer vor. Dies sei vergleichbar mit der Regelung für die Lockerbie-Opfer, sagte Guillaume Denoix de Saint Marc, Sprecher eines Verbands der Hinterbliebenen.

Libyen hatte sich im September vergangenen Jahres grundsätzlich zu weiteren Entschädigungen über die schon gezahlten 35 Millionen Dollar hinaus bereit erklärt. Daraufhin verzichtete Frankreich auf ein Veto gegen die Aufhebung der 1992 verhängten UN-Sanktionen gegen Tripolis. Die Verhandlungen zwischen der Gaddafi-Stiftung und den Familien zogen sich aber noch über Monate hin.

Bei dem Abschuss einer DC-10 der inzwischen in der Air France aufgegangenen Fluggesellschaft UTA über der Wüste Nigers kamen im September 1989 170 Menschen aus 17 Ländern ums Leben, darunter 54 aus Frankreich. Sechs Libyer, darunter ein Schwiegersohn von Staatschef Muammar el Gaddafi, wurden in Frankreich in Abwesenheit verurteilt.

Denoix de Saint Marc, dessen Vater bei dem Anschlag getötet wurde, unterzeichnete die Vereinbarung mit dem Direktor der Gaddafi-Stiftung, Saleh Abdul Salam. "Wir sind sehr zufrieden", sagte er. "Libyen hat endlich seine Ehre wiedergefunden." Liliane Klein, die bei dem Absturz ihren Sohn verlor, erklärte: "14 Jahre haben wir auf eine Anerkennung durch Libyen gewartet. Das ist jetzt ein großer Moment."

Die Einigung dürfte auch die Beziehungen zwischen Paris und Tripolis auf eine neue Grundlage stellen. Außenminister Abdel Rahman Schalkam sollte am Abend vom französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac im Elysée-Palast empfangen werden.


 
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