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Libyen Sirte Panaroma
  Foto: AFP, AFP
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Gaddafi will als "Märtyrer" sterben: Libysche Truppen nehmen Hafen von Sirte ein

zuletzt aktualisiert: 27.09.2011 - 15:18

Sirte (RPO). Die Truppen der neuen libyschen Führung haben nach eigenen Angaben den Hafen der Stadt Sirte unter ihre Kontrolle gebracht. Das Gelände sei in der Nacht zum Dienstag besetzt worden, sagte ein militärischer Vertreter des Nationalen Übergangsrats. Der gestürzte Machthaber Muammar el Gaddafi versicherte derweil laut einer TV-Internetseite, er halte sich weiterhin in Libyen auf und wolle dort als "Märtyrer" sterben.

"Gegenwärtig kontrollieren wir den Hafen", sagte Mustafa ben Dardef, ein Kommandeur der Truppen des Nationalen Übergangsrats. Die Kämpfer bereiteten sich nun auf die weitere Einnahme der Stadt vor. Auch mit Straßenkämpfen in Gaddafis Heimatstadt werde gerechnet, fügte ein weiterer Truppenvertreter hinzu.

Die Kämpfer des Übergangsrates gehen davon aus, dass sich Gaddafis 36-jähriger Sohn Mutassim, ein Arzt und Soldat, in Sirte aufhält und den Widerstand befehligt.

Sirte, das etwa 360 Kilometer östlich der Hauptstadt Tripolis liegt, ist eine der letzten Hochburgen der Gaddafi-Getreuen. Nach Angaben der Vereinten Nationen flohen rund 2000 der 70.000 Bewohner aus der Stadt. Die Bewohner berichteten, dass es in Sirte an Wasser, Strom und Nahrungsmitteln mangele.

In den vergangenen Tagen verstärkten die in Libyen kämpfenden NATO-Einheiten und die Truppen der neuen Führung des Landes den militärischen Druck auf Sirte sowie auf die Wüstenstadt Bani Walid. Letztere gilt ebenfalls als Bastion der Gaddafi-Anhänger.

Die UNO schätzt, dass mittlerweile rund 24.000 Menschen die Stadt rund 170 Kilometer südöstlich von Tripolis verlassen haben. Die Truppen des Übergangsrats berichteten von hartem Widerstand in Bani Walid und beschossen die Stadt am Montag mit schwerer Artillerie.

Gaddafi will als "Märtyrer" sterben

Gaddafi versicherte nach Angaben der Internetseite des ihm treuen Fernsehsenders Allibija vom Dienstag, er befinde sich weiterhin in Libyen. Demnach kündigte er in einer Ansprache im Lokalradio von Bani Walid an, er wolle in seinem Land als "Märtyrer" sterben.

"Die Helden haben Widerstand geleistet und sind als Märtyrer gefallen", sagte er. "Auch wir rechnen damit, als Märtyrer zu sterben", ergänzte er dem Bericht zufolge.

"Durch euren Heiligen Krieg wiederholt ihr die Heldentaten eurer Vorfahren", sagte Gaddafi weiter in seiner Botschaft an Stammeskämpfer. "Ich bin unter meinem Volk, und die kommenden Tage halten für diese Agentenclique eine unerwartete Überraschung bereit", warnte er demnach mit Blick auf die neue libysche Führung.

Behauptungen, er halte sich in Venezuela oder im Niger auf, seien Lügen. Gaddafi befindet sich seit der Eroberung seiner Residenz in der libyschen Hauptstadt Tripolis Ende August durch die aufständischen Rebellen auf der Flucht.  

Quelle: AFP

 
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