| 18.19 Uhr

Lkw-Attacke von Stockholm
Festgenommener Usbeke gesteht Anschlag

Lkw-Attentat von Stockholm: Festgenommener Usbeke gesteht Anschlag in Schweden
Blumen für die Opfer des Terroranschlags zwei Tage nach der Tat in Stockholm. FOTO: afp
Stockholm. Der festgenommene 39-jährige Usbeke hat den mutmaßlichen Terroranschlag in Stockholm gestanden. Das sagte sein Anwalt am Dienstag bei der Verhandlung über einen Antrag auf Haftbefehl gegen den Mann.

Sein Mandant habe "zugegeben, eine terroristische Tat begangen zu haben und akzeptiert, in Untersuchungshaft genommen zu werden", sagte Rechtsanwalt Johan Eriksson am Dienstag vor einem Haftrichter in Stockholm. Der Verdächtige selbst äußerte sich bei dem Gerichtstermin nicht. Er hatte am Montag laut einem Gerichtsdokument verlangt, seinen Pflichtverteidiger durch einen Anwalt sunnitischen Glaubens zu ersetzen.

Die Staatsanwaltschaft hatte am Montag Untersuchungshaft für den 39-jährigen Usbeken beantragt, der Sympathien für die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) und andere islamistische Extremistengruppen hegen soll. Das Bezirksgericht der schwedischen Hauptstadt entschied am Dienstag, dass die Polizei den Mann zu einem Monat lang festhalten darf. 

Nach dem Lkw-Anschlag vom Freitag in Stockholm hatten die Behörden den Verdächtigen festgenommen. Er soll mit einem Lkw durch die Fußgängerzone gerast und schließlich in den Eingang eines Kaufhauses gekracht sein. Bei dem Lkw-Anschlag waren vier Menschen getötet und 15 verletzt worden. 

Bei dem 39-jährigen Mann aus Usbekistan handele es sich um einen abgelehnten Asylbewerber, der im Juni 2106 ausgewiesen werden sollte, teilte Jan Evensson von der Stockholmer Polizei nach der Festnahme mit. Er habe sich der Ausweisung aber entziehen können, weil ihn Beamte nicht an der von ihm angegebenen Adresse gefunden hätten. "Wir wissen, dass er mit extremistischen Organisationen sympathisiert hat", sagte Jonas Hysing von der schwedischen Polizei. Bislang ist aber kein Motiv für den Angriff genannt worden, keine extremistische Gruppierung hat sich bisher zu der Tat bekannt.

Zudem teilte die Staatsanwaltschaft am Dienstag mit, dass der Haftbefehl gegen einen zweiten festgenommenen Mann widerrufen werde. Der Verdacht, dass er bei dem Angriff eine Rolle gespielt habe, habe sich abgeschwächt, hieß es in einer Erklärung. Der Mann kommt demnach nun aber nicht auf freien Fuß, sondern wird stattdessen "in Gewahrsam genommen wegen einer vorherigen Entscheidung, dass er aus Schweden ausgewiesen werden soll". 

(kess/dpa/AFP)
 
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