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Strategiewechsel: London stellt die Weichen für Afghanistan

zuletzt aktualisiert: 28.01.2010 - 14:08

London (RPO). Mit einem Strategiewechsel in Afghanistan will die internationale Gemeinschaft Fehler der vergangenen Jahre beseitigen und den Weg für einen Rückzug der ausländischen Truppen ab 2011 ebnen. "Wir stehen am Beginn einer neuen Phase", sagte der britische Premierminister Gordon Brown am Donnerstag auf der Internationalen Afghanistan-Konferenz.

Vertreter von 70 Staaten und internationalen Organisationen treffen sich in London.  Foto: AP POOL, AP
Vertreter von 70 Staaten und internationalen Organisationen treffen sich in London. Foto: AP POOL, AP

In der britischen Hauptstadt waren Vertreter von 70 Staaten und internationalen Organisationen zusammengekommen, um die nächste Etappe der internationalen Hilfen abzustimmen. Der Iran hatte kurzfristig seine Teilnahme abgesagt.

Der afghanische Präsident Hamid Karsai stellte als Gegenleistung für mehr zivile Hilfen in Aussicht, dass die Regierung in Kabul "in den kommenden fünf Jahren" die Sicherheitsverantwortung in allen Teilen des Landes garantieren wolle. Dafür sind jetzt 171.600 Soldaten und 134.000 Polizisten ab 2011 geplant. Für eine Übergangszeit soll das Kontingent der internationalen Schutztruppe ISAF auf 135.000 Mann aufgestockt werden. Zugleich soll sich die zivile materielle und finanzielle Hilfe massiv erhöhen.

Kampf gegen Korruption

Karsai kündigte zugleich ein Reformprogramm für die Wirtschaft an. Im Mittelpunkt soll dabei der Kampf gegen die Korruption stehen, um das Investitionsklima zu verbessern und die Grundlage für mehr Arbeitsplätze zu legen. "Afghanistan hat sich langsam bewegt", räumte Karsai mit Blick auf verhaltene Fortschritte der vergangenen acht Jahre seit dem Sturz der Taliban ein. Doch habe sein Land "die Lektion" gelernt und setze sich für die kommenden fünf Jahre nachprüfbare und konkrete Aufgaben.

Einer der Schwerpunkte wird Karsai zufolge ein nationaler Aussöhnungsprozess sein, mit dem bewaffneten Gegnern der Regierung in Kabul eine friedliche Alternative geboten werden soll. Voraussetzung sei, dass diese nicht zum Terrornetzwerk Al-Qaida gehören, auf Gewalt verzichten und die Verfassung anerkennen. Deutschland will für diesen Fonds in den kommenden Jahren 50 Millionen Euro bereitstellen.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon unterstrich, die Erwartungen an Afghanistan seien sehr hoch. Doch müsse die Regierung in Kabul selbst die Führung und die Verantwortung für den Entwicklungsprozess übernehmen. Karsai sicherte dies zu und wertete die Londoner Konferenz als Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen Afghanistan. "Der Friede und die Sicherheit in der Welt sind eng verbunden mit Frieden und Stabilität in Afghanistan."

Quelle: DDP/can

 
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